Kampf gegen die Ekel-Ecken: Bahnhofs-Manager lockt Wildpinkler in die Falle
Dresden - Auf den ersten Blick wirkt der Dresdner Hauptbahnhof sauber, auf den zweiten sieht man Kaugummis am Boden kleben, Taubendreck an Wänden haften. Und davor stinkt es nach Urin. Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach (59) verspricht Schritte gegen die Ekel-Ecken.
Die jährliche Putzoffensive im Frühjahr ist ein Baustein für einen langfristig glänzenden Bahnhof. Am Montag war es wieder so weit. Erstmals halfen auch Stadtvertreter mit, schnappten sich Besen und Wischlappen.
"Wir gehen richtig in die Tiefe, schrubben Wände, Rillen im Boden, Werbestelen", erklärt Klaffenbach. Seit 20 Jahren managt er den Hauptbahnhof, kennt schmuddelige Stellen.
Gleistreppen und Pfeiler werden als Toilette missbraucht - daher rührt der beißende Uringeruch vor dem Bahnhof. Eine Plage auch der Taubenschwarm mit rund 300 Tieren.
Doch Klaffenbach verkündet: "Seit letztem Herbst geben wir den Tauben die Pille, seither ist die Population um rund 15 Prozent zurückgegangen. Das behalten wir bei." Neue Netze gegen Tauben sollen ebenfalls helfen.
Man überlege außerdem, einen Schutzlack dort aufzutragen, wo sich Wildpinkler erleichtern. "Der Lack würde den Strahl quasi zurücklenken."
Heißt: Wer es nicht bis zum Klo schafft, pinkelt sich selbst ans Bein …
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2,5 Millionen Euro gibt's für die Bahnhofs-Reinigungen in und um Dresden
Das Müllaufkommen im Bahnhof wird immer größer, berichtet der Manager. "Das ist schon eine Belastung."
Rund 50 Kaugummis kratzen Putzkräfte täglich vom Boden. Das Blindenleitsystem im Boden hat extra eine dunkle Farbe, damit Dreck weniger auffällt.
Jährlich gibt die Bahn rund zwei Millionen Euro für die Reinigung der Bahnhöfe in Dresden und Umgebung aus, 2026 gibt es 500.000 Euro obendrauf.
"Wir gucken uns ständig die Reinigungstechnologie an, ob es da Verbesserungspotenzial gibt", sagt Heiko Klaffenbach.
Trotz Schmuddelecken sei der Dresdner Hauptbahnhof insgesamt sehr sauber, betont er - und so soll es bleiben. Denn Sauberkeit sei auch fürs Sicherheitsgefühl wichtig.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe

