Neues Projekt in Dresden? Ganzes Wohnviertel soll Fahrradzone werden

Dresden - Ist in der Dresdner Altstadt etwa ein Wohnviertel speziell für Radfahrer in Planung?

Zentraler geht es fast nicht: Das Quartier in Planung liegt neben der Cockerwiese und gegenüber diesem Bürokomplex in der Altstadt.
Zentraler geht es fast nicht: Das Quartier in Planung liegt neben der Cockerwiese und gegenüber diesem Bürokomplex in der Altstadt.  © Thomas Türpe

Seit Jahren steht fest, dass ein verwahrloster Parkplatz neben der Cockerwiese bebaut werden soll. Der Stadtbezirksbeirat will daraus nun Dresdens erste "Fahrradzone" machen.

Das 3,27 Hektar große, weitgehend unbebaute Areal liegt mitten in der Altstadt zwischen Lingnerallee, Blüherstraße und Pirnaischer Straße. Laut Rathaus soll hier mal ein Wohnviertel entstehen.

Eigentlich ohne Fahrradstraßen, wo Radler vorrangig und nebeneinander fahren dürfen - und Autos nur ausnahmsweise.

Dresden: Sie haben sich ihren Teig-Traum erfüllt: Wie zwei Meisterinnen dem Bäckersterben trotzen
Dresden Lokal Sie haben sich ihren Teig-Traum erfüllt: Wie zwei Meisterinnen dem Bäckersterben trotzen

Doch im Stadtbezirksbeirat hatte jetzt ein Änderungsantrag der Grünen Erfolg. Demnach soll das komplette Quartier zur "Fahrradzone" werden! Das heißt: Es soll nicht nur eine Fahrradstraße geben, sondern mehrere zusammenhängende.

Betroffen wären zwei neue Planstraßen sowie die angrenzenden Straßenabschnitte von Lingnerallee und Pirnaischer Straße. Im Beirat fand sich eine große Mehrheit für den Grünen-Vorstoß. Sogar die CDU stimmte mehrheitlich dafür.

Auf einer Fahrradstraße dürfen Autos nur ausnahmsweise verkehren. Im neuen Wohnviertel will der Stadtbezirksbeirat nur Anliegerverkehr erlauben.
Auf einer Fahrradstraße dürfen Autos nur ausnahmsweise verkehren. Im neuen Wohnviertel will der Stadtbezirksbeirat nur Anliegerverkehr erlauben.  © imago/Sven Ellger
Die Parteien haben verschiedene Ansichten: so auch Niclas Rentschler (26, Grüne, l.), Bruno Felgentreu (28, CDU) und Joachim Promnitz (71, AfD, r.).
Die Parteien haben verschiedene Ansichten: so auch Niclas Rentschler (26, Grüne, l.), Bruno Felgentreu (28, CDU) und Joachim Promnitz (71, AfD, r.).  © Fotomontage/Fraktion Bündnis 90 / Grüne/zzagentur.de/Thomas Türpe
Noch ist Autofahren auf diesem Abschnitt der Lingnerallee erlaubt.
Noch ist Autofahren auf diesem Abschnitt der Lingnerallee erlaubt.  © Holm Helis

Dafür oder dagegen? Verschiedene Meinungen zum Fahrrad-Wohnviertel

Künftig könnten hier Radfahrer Vorrang haben. Für Anwohner-Autos sind im Bebauungsplan-Entwurf aber Tiefgaragen vorgesehen.
Künftig könnten hier Radfahrer Vorrang haben. Für Anwohner-Autos sind im Bebauungsplan-Entwurf aber Tiefgaragen vorgesehen.  © Thomas Türpe

"Weil es nicht um Hauptstraßen geht und 'Anlieger frei' gelten soll, haben wir den Antrag unterstützt", sagt Stadtbezirksbeirat Bruno Felgentreu (28, CDU).

Grünen-Politiker Niclas Rentschler (26) erklärt: "Wir wollen eine sichere Mobilität von und bis zur Haustüre ermöglichen. Nur der Durchgangsverkehr soll eingeschränkt werden."

Er könne sich auch weitere Fahrradzonen in der Altstadt vorstellen, noch gebe es aber keine konkreten Pläne.

Dresden: Hier will man nachts nicht lang: Dresdner Angst-Gasse soll zur Wohlfühl-Oase werden
Dresden Lokal Hier will man nachts nicht lang: Dresdner Angst-Gasse soll zur Wohlfühl-Oase werden

"Wir sind nicht gegen Fahrradstraßen, aber ganze Gebiete zur Fahrradzone zu deklarieren, diskriminiert andere Verkehrsteilnehmer", sagt hingegen Bezirkspolitiker Joachim Promnitz (71) von der AfD. Seine Partei stimmte gegen den Antrag.

Ob das Projekt wirklich kommt, entscheidet der Bauausschuss.

Titelfoto: Fotomontage/Thomas Türpe

Mehr zum Thema Dresden Lokal: