Neues Projekt in Dresden? Ganzes Wohnviertel soll Fahrradzone werden
Dresden - Ist in der Dresdner Altstadt etwa ein Wohnviertel speziell für Radfahrer in Planung?
Seit Jahren steht fest, dass ein verwahrloster Parkplatz neben der Cockerwiese bebaut werden soll. Der Stadtbezirksbeirat will daraus nun Dresdens erste "Fahrradzone" machen.
Das 3,27 Hektar große, weitgehend unbebaute Areal liegt mitten in der Altstadt zwischen Lingnerallee, Blüherstraße und Pirnaischer Straße. Laut Rathaus soll hier mal ein Wohnviertel entstehen.
Eigentlich ohne Fahrradstraßen, wo Radler vorrangig und nebeneinander fahren dürfen - und Autos nur ausnahmsweise.
Doch im Stadtbezirksbeirat hatte jetzt ein Änderungsantrag der Grünen Erfolg. Demnach soll das komplette Quartier zur "Fahrradzone" werden! Das heißt: Es soll nicht nur eine Fahrradstraße geben, sondern mehrere zusammenhängende.
Betroffen wären zwei neue Planstraßen sowie die angrenzenden Straßenabschnitte von Lingnerallee und Pirnaischer Straße. Im Beirat fand sich eine große Mehrheit für den Grünen-Vorstoß. Sogar die CDU stimmte mehrheitlich dafür.
Dafür oder dagegen? Verschiedene Meinungen zum Fahrrad-Wohnviertel
"Weil es nicht um Hauptstraßen geht und 'Anlieger frei' gelten soll, haben wir den Antrag unterstützt", sagt Stadtbezirksbeirat Bruno Felgentreu (28, CDU).
Grünen-Politiker Niclas Rentschler (26) erklärt: "Wir wollen eine sichere Mobilität von und bis zur Haustüre ermöglichen. Nur der Durchgangsverkehr soll eingeschränkt werden."
Er könne sich auch weitere Fahrradzonen in der Altstadt vorstellen, noch gebe es aber keine konkreten Pläne.
"Wir sind nicht gegen Fahrradstraßen, aber ganze Gebiete zur Fahrradzone zu deklarieren, diskriminiert andere Verkehrsteilnehmer", sagt hingegen Bezirkspolitiker Joachim Promnitz (71) von der AfD. Seine Partei stimmte gegen den Antrag.
Ob das Projekt wirklich kommt, entscheidet der Bauausschuss.
Titelfoto: Fotomontage/Thomas Türpe

