O Tannenbaum! Eigentlich zu schade zum Wegwerfen
Dresden - In manchen Stuben steht der Christbaum als weihnachtlicher Begleiter bereits am 1. Advent, in anderen wird er erst kurz vor dem Fest aufgestellt. Ungeachtet dessen beginnen die kommunalen Entsorger bereits jetzt mit dem Einsammeln der grünen Gefährten. Nadeln, Stamm und Zweige lassen sich aber auch anderweitig sinnvoll einsetzen.
"Früher war mehr Lametta!" Da geben wir Loriot unumwunden recht. Dennoch gibt es reichlich Schmuck wie Girlanden, Sterne, Watte oder Wachsreste, die gründlich entfernt werden müssen, bevor man den Baum vor die Tür stellt.
Sonst gilt er als Sondermüll. Schneespray lässt sich einfach mit warmem Wasser abspülen. Steckt den Baum nicht in eine Plastikfolie.
Die großen Städte richten bereits Ende Dezember Sammelplätze ein, von denen die Bäume regelmäßig abgeholt werden.
Die Standorte findet man auf der Webseite der Stadtreinigung. In Dresden etwa gibt es bis zum 10. Januar über 100 Sammelstellen.
Man kann den Baum aber auch zum Wertstoffhof bringen, bis zum 31. Januar ist dies gebührenfrei.
Als Brennholz taugt der Christbaum nur getrocknet
In den Dörfern hingegen stellt man den Baum zur Abholung mit der Biotonne heraus. Im Vogtlandkreis zum Beispiel muss er in der Mitte durchgeschnitten werden, wenn er höher als 1,50 Meter ist. Je nach Entsorger werden die Bäume dann zu Kompost und Mulch verarbeitet oder sie landen in Biomassekraftwerken.
Gelegentlich liest man, dass auch Zoos und Wildparks Bäume für die Tiere zum Knabbern und Spielen suchen. Von Privatpersonen werden die aber kaum noch angenommen. Die Einrichtungen versorgen sich mit zum Fest nicht verkauften Bio-Bäumen.
Grünzeug und den Weihnachtsbaum im Garten zu verbrennen, ist in Sachsen verboten. Ausnahmen bilden da die sogenannten Knutfeste in einigen Dörfern, bei denen die Freiwillige Feuerwehr bei Glühwein ein Feuerchen entfacht. Wegen der einhergehenden Feinstaubbelastung ist dieser Gaudi bei Umweltschützern zu Recht verpönt.
Den Stamm und dicke Zweige kann man natürlich als Brennholz nutzen. Dazu muss es aber zurechtgeschnitten und lange getrocknet werden - ein Jahr dürfte genügen. Achtet darauf, dass es wegen des hohen Harzgehaltes mehr Funken und Spritzer geben kann.
Weihnachtsbaum im Garten nutzen
Wer einen Weihnachtsbaum in Bio-Qualität hat, kann ihn sogar verputzen oder im Garten nutzen. Industrieware hingegen wurde meist chemisch behandelt. Und Pestizide machen sich weder im Magen, auf der Haut noch auf den Beeten recht gut.
Die Nadeln schneidet man mit einer Schere von den Zweigen ab. Sie enthalten ätherische Öle, welche ein würziges Aroma von grünem Wald verbreiten. Es harmoniert gut mit Wild- und Pilzgerichten. Intensives Aroma entsteht besonders, wenn man die Nadeln wenige Minuten auf einem Backblech bei 150 Grad Oberhitze röstet.
Nutzt man die Nadeln nicht wie Rosmarin in der Küche, werden sie vorwiegend zu Pulver gemörsert und in Gewürzmischungen eingesetzt. Es lässt sich auch Kräutersalz, Butter, Sirup, Tee oder Likör ansetzen. Ein Bad mit Tannennadelsalz entspannt den Körper. Im Garten lassen sich die Nadeln als Schneckenabwehr einsetzen, ohne diese zu verletzen. Die schleimigen Gesellen kriechen äußerst ungern darüber.
Man kann die Tannenzweige auch als Kälte- und Windschutz zum Abdecken der Beete nutzen, etwa für Rosen, Kräuter und Frühblüher-Zwiebeln. Auf dem Komposthaufen benötigt der ganze Baum zu lange, um zu verrotten. Die Nadeln machen den späteren Boden auch saurer. Wer Zugang zu einem Häcksler hat, kann den Stamm und Zweige auch zu Mulch verarbeiten
Kreativen Zeitgenossen fällt sicher einiges ein, was man aus dem Christbaum basteln kann: Kleiderständer, Holzscheiben als Untersetzer oder Namensschilder. Er eignet sich auch für Bestandteile eines selbstgebauten Insektenhotels.
Der Baum kann, behängt mit Meisenknödeln, auch noch eine Weile als Futterbaum hinter dem Haus stehen. Und im Frühjahr freuen sich Vögel über klein geschnittene Zweige als Nistmaterial. Der Stamm kann dann als Kletterhilfe für Bohnen dienen.
Titelfoto: Thomas Türpe

