Fünf Polizisten im Einsatz: Paar will Reh vorm Tod retten - und durfte nicht

Dresden - Was Recht ist, kann mitunter schwer zu verdauen sein. Diese Erfahrung mussten die bekannte TV-Geigerin Katrin Wettin (49) und ihr Mann Jörg Kadner-Wettin (62) machen. Das Paar wollte nach einem Wildunfall ein Reh auf eigene Kosten retten - durfte es aber nicht.

Das Reh auf dem Rücksitz im Landrover - so sollte es zum Tierarzt gefahren werden.
Das Reh auf dem Rücksitz im Landrover - so sollte es zum Tierarzt gefahren werden.  © privat

Was war passiert? Dienstagabend kam Jörg Kadner-Wettin mit seinem Sohn Paul (10) auf der Radeburger Landstraße zwischen Weixdorf und Medingen an einem Wildunfall vorbei.

Er hielt an, besprach sich mit dem Unfallverursacher, der bereits die Polizei alarmiert hatte. "Das Reh machte einen wachen Eindruck, war nur am Bein verletzt, brauchte aber dringend Hilfe. Deshalb wollte ich es zum Tierarzt fahren."

Er packte das Tier auf den Rücksitz seines Landrovers, hinterließ seine Personalien - und brauste nach Hause los. Parallel dazu versuchte seine Frau Katrin, die selbst unterwegs war, einen Tierarzt für Wildunfälle aufzutreiben.

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"Doch als ich zu Hause in Medingen ankam, standen da schon fünf Polizisten vor unserem Haus ..."

Gleich fünf Polizisten rückten zur Beschlagnahmung des Rehs in Medingen an.
Gleich fünf Polizisten rückten zur Beschlagnahmung des Rehs in Medingen an.  © privat

Katrin Wettin: "Es blutet mir das Herz ..."

Geigerin Katrin Wettin (49) kann es nicht fassen, dass ihr die Rettung des Rehs verwehrt wurde.
Geigerin Katrin Wettin (49) kann es nicht fassen, dass ihr die Rettung des Rehs verwehrt wurde.  © Stephan Malzdorf

Der juristisch korrekte Tatbestand: Entnahme fremden Eigentums. "Gegen den Autofahrer wird wegen Jagdwilderei ermittelt", bestätigt Polizeisprecher Lukas Reumund (46).

Für die Tierfreunde ein Stich ins Herz. "Wir wussten ja, was mit dem Reh passiert, wenn der Jäger kommt", sagt Katrin Wettin.

Erst als ein richterlicher Beschluss sie dazu zwang, öffnete das Paar sein Auto und gab das verletzte Tier an den Jagdpächter heraus.

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"Es blutet mir das Herz, denn wir hätten das Reh vielleicht vorm Tod bewahren können", sagt Katrin Wettin traurig.

Titelfoto: Bildmontage: Fotos/privat

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