Prinz will Gestrauchelte wieder auf die Beine bringen

Dresden - Beim Stichwort Radartechnik denken die meisten Menschen wohl an unliebsame Geschwindigkeitskontrollen. Nicht so Wilhelm Prinz von Hessen (63). Der seit 25 Jahren in Dresden ansässige Adelige gründete 2020 das Start-up-Unternehmen VMedD, das den kontaktlosen Sturzsensor "Care Monitor" entwickelte.

Wilhelm Prinz von Hessen (63) zeigt den kleinen "Care Monitor"-Sensor.
Wilhelm Prinz von Hessen (63) zeigt den kleinen "Care Monitor"-Sensor.  © Norbert Neumann

"Unser Care Monitor erkennt Notfallsituationen - ganz ohne Kamera und Mikrofon und alarmiert den Notfallkontakt via App auf dem Handy automatisch", erklärt Wilhelm Prinz von Hessen.

Heißt: Stürzt die allein lebende, schon betagte Mutter aus dem Bett, wird der Angehörige benachrichtigt. Das passiert auch, wenn sich Opa zu lange im Bad aufhält oder nachts abwesend ist. Dann könnte etwas passiert sein und der Notfallkontakt kann die Situation prüfen.

"Unser Care Monitor wurde mit 50 Senioren in Einrichtungen der Volkssolidarität, der Diakonie und des ASB in Dresden getestet und ist dort immer noch im Einsatz. Aber er eignet sich auch für private Haushalte", so von Hessen.

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"Er kann Pflegepersonal wie auch Angehörige gleichermaßen entlasten und Sicherheit geben."

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Die Uniklinik Leipzig testet, wie die Vitalfunktionen von Frühchen kabellos überwacht werden können.  © VMedD
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Wilhelm Prinz von Hessen und sein Team planen die Entwicklung weiterer Anwendungen

Entwickler Sebastian Hauschild (44) zeigt die Warnmeldung auf dem Handy. Sein Kollege Paul Ebert (35) simuliert einen gestürzten Menschen.
Entwickler Sebastian Hauschild (44) zeigt die Warnmeldung auf dem Handy. Sein Kollege Paul Ebert (35) simuliert einen gestürzten Menschen.  © Norbert Neumann

Alles, was dafür nötig ist, sind WLAN und ein kleiner Sensor (ab 199 Euro) - etwa so groß wie ein Mückenstecker. Er wird in einer Höhe von rund 2,30 Metern im Zimmer angebracht (idealerweise über dem Bett) und "beobachtet" völlig anonym eine 5 x 5 Meter große Fläche via Echolotung. Weder Bilder noch Töne werden aufgezeichnet, nur der Notrufempfänger hat Zugriff auf die Daten (Infos unter vmedd.de).

Während noch Gespräche mit Sanitätshäusern laufen, arbeiten Wilhelm Prinz von Hessen und sein neunköpfiges Team in Gittersee an weiteren Anwendungen.

Mit der Uniklinik Dresden läuft ein Projekt zur Begleitung von Hüft-OP-Patienten.

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An der kontaktlosen Überwachung der Vitalfunktionen von Frühchen arbeitet VMedD mit der Uniklinik in Leipzig zusammen. "Und es gibt noch so viel mehr Anwendungsbereiche", ist sich von Hessen sicher.

Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann

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