Projekt unterstützt von der Staatskapelle: Prohlis bekommt eine Oper
Dresden - Laien machen Oper - und das ausgerechnet im Dresdner Stadtteil Prohlis, der als sozialer Brennpunkt gilt. Möglich macht es das Projekt "Musaik - Grenzenlos musizieren". Und die Dresdner Staatskapelle.
An diesem Freitag und Samstag sind vier Aufführungen geplant. Beteiligt sind 350 Laien, überwiegend Kinder. Aber auch Erwachsene arbeiten für das Stück mit dem Titel "Plattenspieler:innen" mit Profis zusammen.
Das Sujet hat eine kosmische Dimension. Der Halley'sche Komet verliert ein Stück von sich selbst - Halley, einen singenden Stein. Der landet in Prohlis und erlebt im Zeitraffer, wie aus einer urzeitlichen Siedlung eine lebendige Stadt wird.
Das Projekt entstand 2017 nach einem Vorbild aus Venezuela: Kinder aus ärmeren Familien bekommen dabei kostenlos Musikunterricht und Instrumente.
In Prohlis fanden die ersten Unterrichtseinheiten in einem früheren Eisladen in einem Einkaufszentrum statt. Viele Kinder stammen dort aus Flüchtlingsfamilien.
Um möglichst viele von ihnen zu erreichen, wurde ein eigenes Unterrichtssystem entwickelt. Aktuell unterrichten 15 Lehrkräfte aus fünf Nationen den Nachwuchs in Streich- und Blasinstrumenten.
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Schon seit Längerem wird das musikalische Sozialprojekt von der Sächsischen Staatskapelle unterstützt. So viel Engagement verdient Anerkennung. Die beiden "Musaik"-Gründerinnen Luise Börner und Deborah Oehler sind inzwischen mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik geehrt worden.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/C3 Pictures, Sebastian Kanert/dpa
