Sanierung ja, Umzug nein: Dresdner Boxer-Mahnmal glänzt wieder - wenn auch am alten Standort

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Dresden - Jahrelang stand neben dem Festspielhaus Hellerau ein bröckelndes Mahnmal in Form eines Boxrings - zum Gedenken an den im Konzentrationslager ermordeten deutschen Boxer Johann "Rukeli" Trollmann (1907-1944). Nun wurde es saniert und neu eingeweiht - ohne Umzug in den Sportpark Ostra, wie es der Stadtrat 2018 beschlossen hatte.

Der alte und neue Standort neben dem Festspielhaus Hellerau stößt auch auf Kritik.
Der alte und neue Standort neben dem Festspielhaus Hellerau stößt auch auf Kritik.  © Steffen Füssel

Das Leid Trollmanns, der als "Zigeuner" von den Nazis verfolgt wurde, war unvorstellbar. 1907 als Sohn einer sinto-deutschen Familie in Gifhorn (Niedersachsen) geboren, wurde er Profi-Boxer (1932 gewann er zwei Kämpfe in Dresden), mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten aber als "nichtarischer" Sportler ausgegrenzt.

Sein Titel als Deutscher Boxmeister im Halbschwergewicht wurde ihm aberkannt. Nach der Geburt seiner Tochter wurde Trollmann zwangssterilisiert. Er kam ins Arbeitslager, wurde dann in die Wehrmacht eingezogen, 1941 an der Ostfront verwundet.

Die NS-Schergen deportierten ihn ins KZ Neuengamme. Wegen seiner Vergangenheit musste er Kämpfe absolvieren. Nachdem er gegen einen Kapo (Mithäftling mit Privilegien) gewonnen hatte, erschlug der Besiegte Trollmann während eines Arbeitseinsatzes.

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An sein Leben und Leiden erinnert das Dresdner Künstlerkollektiv "Bewegung Nurr" mit seinem eisernen Boxring auf schräger Ebene, der seit 2012 neben dem Festspielhaus steht.

Diese Info-Tafel erinnert die furchtbaren Qualen des NS-Opfers Johann "Rukeli" Trollmann (1907-1944).
Diese Info-Tafel erinnert die furchtbaren Qualen des NS-Opfers Johann "Rukeli" Trollmann (1907-1944).  © Steffen Füssel
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Boxer-Mahnmal in Dresden: Team Zastrow will weiter für Umzug kämpfen

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke, r.) und Festspielhaus-Hellerau-Intendantin Carena Schlewitt (64) weihten am Dienstag das sanierte Mahnmal ein.
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke, r.) und Festspielhaus-Hellerau-Intendantin Carena Schlewitt (64) weihten am Dienstag das sanierte Mahnmal ein.  © Steffen Füssel

Der Ratsbeschluss zu Sanierung und Umzug ins Ostragehege konnte laut Verwaltung auch wegen Geldmangels und ungeklärter Standortfrage nicht umgesetzt werden.

Jetzt konnte das Mahnmal wenigstens für 34.700 Euro saniert werden. Mit Aufarbeitung und Sichtbarmachung der Geschichte des Festspielhausgeländes (diente dem NS-Regime als Propaganda-Kulisse und Polizeischule) entschied Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke) in Abstimmung auch mit den Künstlern, das Mahnmal am bestehenden Standort zu belassen.

Damit sei es "am Rande der Stadt versteckt", kritisierte Team Zastrow am Dienstag die Verwaltung, will weiter für den Umzug kämpfen.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel

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