Verkauf der zehn Barren angelaufen: Jetzt wird der Goldschatz von Bannewitz versilbert
Dresden - Leuchtende Augen bei 30 Vereinen: Nachdem sich über Monate hinweg kein Besitzer für die in Bannewitz gefundenen zehn Goldbarren ermitteln ließ, profitieren nun die Vereine von dem kuriosen Fund. Eine Falle gibt es jedoch noch.
"Ich bin glücklich, dass die Idee aus den Vereinen selbst kam, sich jeweils zu dritt eine Unze zu teilen", freute sich Bürgermeister Heiko Wersig (43) am Montag bei der Übergabe an die Sparkasse.
Tatsächlich landen die kleinen Goldbarren nicht in den Vereinsheimen, sondern werden von dem Finanzinstitut übernommen.
"Sie werden vorläufig von uns angekauft", erklärt Sparkassen-Sprecher Oliver von Oehsen (49). Vorläufig, da das Gold noch in einem komplizierten mehrstufigen Verfahren auf Echtheit geprüft werden müsse. Auf die übliche Gebühr verzichtet die Sparkasse, etwas über 38.000 Euro springen so für die Vereine heraus.
Bis dahin war Bangen angesagt. "Wenn wir mit Fundsachen konfrontiert sind, prüfen wir erst mal, ob es aus einer Straftat stammt", sagt Polizeisprecher Thomas Geithner (53).
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37 Leute meldeten sich bei der Polizei wegen Gold-Fund
Doch es fand sich aus der Gegend nichts Passendes, auch keine Verfolgungsfahrt, bei der der Schatz hätte aus dem Fenster geworfen werden können. Doch 37 Leute meldeten sich bei der Polizei, meinten oder hofften, es sei ihr Gold. "So kontaktierte uns jemand aus Madeira", sagt Geithner.
"Er hatte Gold per Post verschickt, es sei aber nie angekommen." Auch die Erben eines Nachlasses aus den 60er-Jahren dachten, das könnte ihr verschwundenes Gold sein.
So wird der Goldschatz nun zum Wohle von Jugendclubs, Blasmusikvereinen und auch dem Goldclub verkauft. "Bei Letzterem gab es Nachfragen", so der Bürgermeister. "Aber er macht eine großartige Jugendarbeit." Eine komplette vierte Klasse spiele da.
"Das kommt auf jeden Fall unseren Senioren zugute", sagt Christa Starke (76) vom Seniorenclub Bannewitz. "Wir müssen aber noch entscheiden." Ähnlich beim Karnevalsklub Bannewitz. "Damit rechnet man ja nicht", sagt Linda Müller (36), Finanzchefin des Vereins.
Titelfoto: Norbert Neumann

