Dresden - Geht doch! In derselben Zeit, in der ein Kind im Bauch der Mutter heranwächst, erblickten die Fröbelhöfe das Licht der Welt. Auch, weil dort alte Bekannte mit einer wohlwollenden Stadtverwaltung zusammenarbeiten. So zementiert sich der voranschreitende Bürokratieabbau im Betongold der Friedrichstadt.
Natürlich lösen 99 Wohnungen keine Wohnungsnot. Aber sie zeigen, was möglich ist, wenn aus Bauantrag, Betonmischer und Behörden nicht erst ein jahrelanger Hindernislauf wird. Dresden braucht Tausende neue Wohnungen. So wird jedes Richtfest zum Mahnmal: schneller genehmigen, klüger planen, konsequent bauen.
Das versteht die Stadt. Die Verwaltung - allen voran der so oft kritisierte Baubürgermeister Kühn - hat ihre Regularien deutlich entschärft. So braucht es zum Beispiel höchstens zwei Jahre für einen bewilligten Bauantrag. Zum Vergleich: In Prag dauert derselbe gute neun Jahre, wie CTR aus eigener Erfahrung sagte.
Heute ist zudem so was Nebensächliches wie die Stellplatzsatzung im Stadtrat dran, mit deren Änderung aber künftig günstiger gebaut werden könnte, wenn nicht mehr jede Wohnung auch einen Autostellplatz vorzuhalten hat.
Wer durch die Landeshauptstadt fährt, sieht überall Wohnhäuser aus dem Boden sprießen. Ihre Erbauer schielen natürlich auf die einkommensreicheren Chip-Arbeiter.
Doch wer mit diesem Bauturbo die Stadt wirklich voranbringen will, muss auch dafür sorgen, dass sich die Krankenschwester und der Azubi das neue Dresden auch leisten kann.