Schönheitskur für Crime-Hotspot Wiener Platz: Werden da etwa die Falschen belohnt?

Dresden - Wird auf dem Wiener Platz künftig im Schatten gedealt? Der Stadtrat hat beschlossen, den Kriminalitätsschwerpunkt zu verschönern. Bäume sollen Schatten, Laternen Licht spenden.

Der Hauptbahnhof-Vorplatz gilt als gefährlicher Ort.  © Norbert Neumann

Noch ist der Wiener Platz grau und trist, gilt als Kriminalitätsschwerpunkt. Doch der Stadtrat winkte eine Rathaus-Vorlage durch, die ihn zu einem "Ort des Ankommens" und zum "repräsentativen Entrée für Reisende" machen will.

Direkt am Bahnhofsgebäude sollen ab 2028 zunächst sieben stattliche Bäume gepflanzt, Sitzbänke und ein Trinkbrunnen aufgestellt werden, später die Springbrunnen in der Mitte saniert, weitere Leuchtmasten und Radbügel installiert werden. Aber birgt das Projekt nicht Risiken - mit Blick darauf, dass der Wiener Platz als Treffpunkt für Drogendealer bekannt ist?

Dresdens Erster Bürgermeister Jan Donhauser (57, CDU) meint: "Kriminalpräventiv ist die Aufwertung des Wiener Platzes zu befürworten. Es besteht die Chance, dass damit auch eine höhere soziale Kontrolle einhergeht."

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Zwar sei "nicht ausgeschlossen", dass es im Bahnhofsumfeld zu "Nutzungskonflikten" komme. Das sei in Dresden aber auch "nicht anders als in anderen deutschen Großstädten".

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Die Visualisierung zeigt hübsche Grünflächen, sanierte Brunnen und neue Radbügel.  © Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Das Schlüsselprojekt für die BUGA 2033

Bürgermeister Jan Donhauser (57, CDU), zuständig für den Kriminalpräventiven Rat der Stadt Dresden, sieht kein Problem.  © Eric Münch

Außerdem gebe es Beispiele, die zeigen, dass die Aufwertung funktionieren könne. Etwa die Fläche an der Prager Spitze, die zuletzt mit Bäumen und Sitzen verschönert wurde.

"Hier nutzen unterschiedliche Nutzergruppen überwiegend ohne Probleme die Sitzgelegenheiten", sagt Donhauser.

Das Vorhaben gilt auch als Schlüsselprojekt für die BUGA 2033, die Millionen Touristen anlocken soll. Die Kosten für den ersten Teilabschnitt belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro, davon bezahlt die Stadt rund 1,2 Millionen (mit Fördermitteln).

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Für den zweiten Bauabschnitt ab 2031 wurden Fördermittel in Höhe von 2,4 Millionen Euro beantragt.

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