Tankrabatt war teure Symbolpolitik! Ein Kommentar
Dresden - Der Tankrabatt ist Geschichte. Der Kater bleibt. Gestern noch der Run auf die letzten günstigen Liter, heute die Rückkehr der alten Preise – und die Frage: Wem hat diese Hilfe eigentlich wirklich was gebracht? Ein Kommentar von TAG24-Redakteur Benjamin Schön.
1,6 Milliarden Euro hat sich der Staat die zweimonatige Steuersenkung kosten lassen. Eine gewaltige Summe für eine Entlastung, die viele Autofahrer kaum noch spüren werden. Denn schon heute klettern die Preise wieder nach oben.
Die Ursachen für teuren Sprit wurden dadurch kein Stück beseitigt. Hohe Rohölpreise, geopolitische Krisen und knappe Märkte lassen sich eben nicht mit einer befristeten Steuersenkung wegsubventionieren.
Besonders bitter: Nicht einmal die versprochene Entlastung kam vollständig bei den Autofahrern an. Studien zeigten, dass ein Teil des Rabatts unterwegs hängen blieb – und zwar dort, wo die Kassen ohnehin gut gefüllt sind: bei den Mineralölkonzernen.
Und genau deshalb bleibt ein schaler Beigeschmack. Mit diesem Geld hätte der Staat doch gezielter helfen können – etwa Berufspendlern, Familien oder Menschen mit kleinen Einkommen, die unter den hohen Lebenshaltungskosten besonders leiden. Das wäre weniger spektakulär gewesen als ein niedrigerer Preis auf der Anzeigetafel der Tankstelle, aber vermutlich deutlich nachhaltiger.
Der gestrige Tankstellen-Ansturm war der Beweis dafür, dass die Menschen jeden Cent mitnehmen, wenn sie können. Verständlich. Aber 1,6 Milliarden Euro für einen Effekt, der schon heute wieder verpufft ist? Das war am Ende vor allem eins: teure Symbolpolitik.
Titelfoto: Montage: Holm Helis, Steffen Rüssel
