Übler Geruch und niedriger Pegel: Das fordert Lokalpolitikerin für Dresdens kaum bekannte Talsperre
Dresden - Die Talsperre im Ortsteil Kauscha ist vielen Dresdnern unbekannt. Für die Bewohner von Prohlis aber könnte das Areal im Sommer ein wahres Kleinod sein - wären da nicht der üble Geruch und der niedrige Pegel des Stausees.
Eigentlich dient die Anlage (Baujahr 1979) dem Hochwasserschutz. Seit September 2025 ist der vom Geberbach gespeiste Stausee abgelassen, um Sedimente zu beräumen und Reparaturen am Auslass zu ermöglichen.
"Die notwendigen Arbeiten sind eine neue Chance für die Talsperre", sagt Julia Günther (48), die für die Grünen im Stadtbezirksbeirat Prohlis sitzt.
Sie erinnert sich an die Zeit vor der Jahrhundertflut im Sommer 2002. Damals sei die Talsperre als Badeort genutzt worden, habe sogar dem Schwimmsport fürs Langstreckentraining gedient.
"Eine höhere Wassermenge würde den Naherholungswert der Talsperre, die auch umwandert werden kann, deutlich aufwerten", sagt die Lokalpolitikerin in Richtung der zuständigen Landestalsperrenverwaltung (LTV).
Pegel soll nach Abschluss der Arbeiten wieder steigen
Der Hochwasserschutz sei auch bei einer Teilauffüllung gewährleistet, argumentiert Günther, die in dem Areal zudem Potenzial als Reservoir für den Wasserbedarf der BUGA 2033 sieht.
Gegenüber TAG24 erklärte die LTV: "Tourismus und Naherholung sind keine Aufgaben der Talsperre."
Nach Abschluss der Arbeiten werde der Pegel wieder auf das Niveau vor dem Abstau gebracht - also auf 3,80 Meter. "Das wäre ein guter Anfang", sagt Günther. Höher als aktuell genehmigt könne die Talsperre nicht angestaut werden, so eine LTV-Sprecherin weiter.
Ein höherer Pegel würde im Ernstfall den erforderlichen Rückhalteraum verkleinern und damit den Hochwasserschutz für Prohlis verschlechtern.
Von der Stadtverwaltung hieß es, die wasserwirtschaftlichen Fragen zur Talsperre würden unabhängig von der BUGA geprüft und seien kein Teil der Planungen.
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