Dresden: Polizei wegen "ungehorsamen Versammlungen" der "Letzten Generation" in Alarmbereitschaft

Dresden - Die "Letzte Generation" will auf das Kleben verzichten, ruft jetzt zu "ungehorsamen Versammlungen" auf. Was das ist, zeigte sich am Samstagmittag auf Carolaplatz und -brücke.

Der Dresdner Aktivist Christian Bläul (42) forderte die Auszahlung des versprochenen Klimageldes. Die Bürger in Deutschland sollen 2025 die finanzielle Entlastung erhalten.
Der Dresdner Aktivist Christian Bläul (42) forderte die Auszahlung des versprochenen Klimageldes. Die Bürger in Deutschland sollen 2025 die finanzielle Entlastung erhalten.  © Norbert Neumann

Für 13 Uhr hatte die "Letzte Generation" aufgerufen und so war die Polizei bereits in Alarmbereitschaft, als gegen 11.30 Uhr eine Klimaschutz-Kundgebung vor der Staatskanzlei in Dresden stattfand, auf der unter anderem Christian Bläul (42) von der "Letzten Generation" sprach.

Der Ärger kam aber zuerst aus der anderen Richtung: Nachdem die Kundgebung vor der Staatskanzlei 13 Uhr ihr Ende fand, kamen vom Pirnaischen Platz plötzlich sechs Aktivisten mit Mobibikes über die Brücke, stiegen ab und setzten sich auf die Fahrbahn.

Die Polizei versuchte noch, einzelne von der Fahrbahn zu zerren, was allerdings misslang. Auch auf dem Carolaplatz bildete sich plötzlich eine Blockade.

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Die Polizei sperrte daraufhin den Zugang zur Brücke, Autos im Stau konnten dann einzeln wenden. Gegen 13.36 Uhr machten die Blockierer Platz für einen Krankenwagen, ein Junggesellinnenabschied, der vorbeikam, forderte die Protestierer auf, arbeiten zu gehen.

Stattdessen hielt Europawahl-Spitzenkandiatin Lina Johnsen (26) aus Leipzig eine Wahlkampfrede, sprach sich in dieser für die umstrittenen Gesellschaftsräte aus.

Platzverweise und Auflösung der Versammlung

Europawahl-Spitzenkandiatin Lina Johnsen (26) aus Leipzig.
Europawahl-Spitzenkandiatin Lina Johnsen (26) aus Leipzig.  © Norbert Neumann

13.51 Uhr erhielt die Blockade auf der Brücke schließlich die Auflage, einen Ort abseits der Fahrbahn zu nutzen. Da dem nur wenige nachkamen, erklärte die Polizei die Versammlung nach drei Ansagen 13.54 Uhr für aufgelöst.

Die Blockierer erhielten einen Platzverweis für Carolabrücke, -platz, Albertstraße und -platz bis 16 Uhr, außerdem wurden ihnen die Einsatzkosten angedroht.

14.39 Uhr begann die Polizei schließlich, die Aktivisten wegzutragen. 15.06 Uhr war die Straße wieder frei.

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Insgesamt hatten sich 31 Personen an den Blockaden beteiligt.

"Gegen sie wurden Ermittlungsverfahren wegen Nötigung sowie Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet", so Polizeisprecher Marko Laske (49).

Dieser Demonstrant hielt sich nicht an den Platzverweis der Polizei und wurde von der Straße getragen.
Dieser Demonstrant hielt sich nicht an den Platzverweis der Polizei und wurde von der Straße getragen.  © Norbert Neumann
Am Samstag protestierte die "Letzte Generation" in Dresden.
Am Samstag protestierte die "Letzte Generation" in Dresden.  © Norbert Neumann
Statt sich auf der Straße festzukleben, ruft die "Letzte Generation" nun zu "ungehorsamen Versammlungen" auf.
Statt sich auf der Straße festzukleben, ruft die "Letzte Generation" nun zu "ungehorsamen Versammlungen" auf.  © Norbert Neumann

Eine Frau und zwei Männer, die sich nicht an die Platzverweise hielten, kamen in Gewahrsam. 71 Polizisten sicherten das Geschehen ab.

Titelfoto: Norbert Neumann

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