Job gekündigt! Christian Bläul ist jetzt hauptberuflich Klimaschützer

Dresden - Auf der Straße oder auf dem Bürostuhl kleben. Christian Bläul (41, "Letzte Generation") hat sich nun endgültig für Ersteres entschieden. Das könnte ihn noch teuer zu stehen kommen.

Hat jetzt noch mehr Zeit, Menschen für den Klimaschutz zu begeistern: Vollzeit-Aktivist Christian Bläul (41)
Hat jetzt noch mehr Zeit, Menschen für den Klimaschutz zu begeistern: Vollzeit-Aktivist Christian Bläul (41)  © Steffen Füssel

Bislang war Bläul als einer der bekanntesten Dresdner Klima-Kleber auch berufstechnisch gut aufgestellt: "Ich war Software-Entwickler bei 'Startnext'", sagt er.

"Schlecht hat man da nicht verdient, und man konnte so viel Urlaub nehmen, wie man will." Das hatte Bläul anfangs auch kräftig genutzt: Seit 2019 macht er bei "Extinction Rebellion" mit, später dann auch bei der "Letzten Generation".

"Irgendwann habe ich mich schlecht wegen der Kollegen gefühlt", so der Klimaschützer. "Deshalb habe ich mich kündigen lassen und Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt. So habe ich auch mehr Zeit für den Aktivismus."

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Tatsächlich werden zwar einige Aktivisten der "Letzten Generation" über einen Verein bezahlt, allerdings nur für gemeinnützige Aufgaben.

Christian Bläul würde ins Gefängnis gehen: Geldstrafen hat er bis jetzt noch nicht bezahlt

Für den Klimaschutz nimmt Christina Bläul allerhand Entbehrungen in Kauf. Geldstrafen interessieren ihn offenbar nicht.
Für den Klimaschutz nimmt Christina Bläul allerhand Entbehrungen in Kauf. Geldstrafen interessieren ihn offenbar nicht.  © xcitepress/Benedict Bartsch

"Sobald ich mir die Weste anziehe und mich auf die Straße setze, gibt es nichts", so der studierte Physiker. "Das werde ich aber auch weiterhin machen."

Ob er das Arbeitslosengeld bekommt, weiß er noch nicht. Allerdings hat Bläul noch keine seiner Geldstrafen bezahlt. Was, wenn das Geld dann nicht reicht? "Die Sache ist mir wichtig", sagt er.

"Dafür nehme ich allerlei Nachteile in Kauf und gehe auch ins Gefängnis."

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel, xcitepress/benedict bartsch

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