"Verkehrswende Dresden" außer sich: Riesenzoff um Werbe-Lastenrad
Dresden – Von Verkehrsberuhigung bis zu autofreien Hauptstraßen: Das Kollektiv "Verkehrswende Dresden" kämpft für mehr Sicherheit vor allem für den Radverkehr. Nun wurden Lastenfahrrad samt Polit-Anhänger der Gruppierung vom Rathaus aus dem Verkehr gesägt.
Bunt bemalt, mit einem Dach versehen und mit gelben Fähnchen geschmückt stand das Gespann auf einem Parkplatz in der Fichtenstraße. Dann kam am vergangenen Mittwoch das Ordnungsamt und schleppte den ausgebauten Anhänger samt Fahrrad ab: "Im Zuge der Räumung wurde das Fahrzeug nicht nur sichergestellt, sondern mithilfe einer Motorsäge teilweise zerstört", poltert Sprecher Noah Wolu (33).
Dieser Vorfall zeige "die Ungleichbehandlung von nicht-motorisierten Fahrzeugen" in Dresden. Außerdem werfe die Aktion aus dem Rathaus Fragen "im Hinblick auf die Förderung nachhaltiger Mobilität" auf.
Denn während abgestellte Autos über Monate hinweg im öffentlichen Raum geduldet seien, "scheint für Fahrräder und deren Anhänger ein anderer Maßstab zu gelten".
Keine Vorwarnung per rotem Zettel: Warum wurde das Lastenrad nach zwei Wochen abgeschleppt?
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Bevor das Kollektiv in die Fichtenstraße umparkte, stand das Lastenrad wenige Hundert Meter entfernt in der Hechtstraße: "Da war dann ein roter Zettel vom Ordnungsamt, und wir haben es in die Fichtenstraße umgeparkt." Dieses Mal gab es keine roten Zettel. Dabei sei das Wende-Gespann weniger als zwei Wochen an besagtem Platz geparkt gewesen.
Das Rathaus konnte sich am Montag auf Anfrage nicht äußern.
Titelfoto: Fotomontage: Verkehrswende Dresden