Dresden - SachsenEnergie hat schon erste solche Projekte umgesetzt, jetzt setzt auch Dresdens größter Vermieter Vonovia (41.470 Wohnungen) auf die Wärmewende im Würfel: An der Karlsruher Straße in Plauen ging jetzt Vonovias erster "Wärmepumpen-Cube" in Betrieb, der vier Wohngebäude klimafreundlich mit Wärme und Warmwasser versorgt. Das soll sogar die Nebenkosten senken, doch am Ende könnten Mieter dennoch draufzahlen.
Der "Cube" ist wie eine kleine Energiezentrale, steht in einem Container auf einer Wiese hinterm Wohnhaus.
Der Würfel kann 24 Wohnungen in vier Gebäuden des Quartiers mit Warmwasser und Heizwärme versorgen, ersetzt damit die alte Zentralheizung im Keller, die mit fossilem Gas gespeist wurde. Die neue Anlage soll laut Vonovia damit jährlich rund 32 Tonnen CO₂ einsparen.
Das funktioniert so: Im Inneren des "Cubes" saugen drei Wärmepumpen (je 20 Kilowatt Leistung) mittels Strom Außenluft an, entziehen dieser Energie, nutzen diese für Warmwasser und Heizsystem.
Die Gebäude sind über Leitungen an den Würfel angeschlossen. Besonders nachhaltig: Eine Solaranlage auf dem Dach des Wohnhauses kann den "Cube" mit Strom versorgen.
Weitere "Cubes" in der Pipeline
Neben der energetischen Sanierung der Gebäude, der Installation von PV-Anlagen sei das klimafreundliche Heizen ein wichtiger Beitrag, den der Konzern für die Wärmewende in Dresden leiste, sagte Vonovia-Regionalbereichsleiter Ingolf Stitz (50).
Der Würfel werde mit Komponenten vorgefertigt und kann recht einfach vor Ort installiert werden. Der Einsatz sei vor allem dort sinnvoll, wo bestehende Wohnquartiere nicht ans Fernwärmenetz angeschlossen werden können. Fünf bis zehn weitere "Cubes" habe man in den kommenden Jahren für Dresden noch in der Pipeline.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) lobte das Pilotprojekt und war optimistisch, dass Mieter das auch in ihrem Geldbeutel spüren werden.
Tatsächlich sollen laut Stitz die Nebenkosten dank des "Cubes" sinken. Aber: Da Vonovia, die einen sechsstelligen Betrag in den Würfel investierten, eine Modernisierungsumlage auf die Kaltmiete aufschlagen wird, konnte Stitz gestern nicht ausschließen, dass die Gesamtrechnung für die Mieter am Ende sogar höher ausfallen könnte ...