Dresden - Die etwas versteckt gelegene Schaukel nahe der Neustädter Prießnitz-Mündung in die Elbe war längst Kult, ehe sie vor rund einem Jahr im Auftrag der Stadt Dresden aus Sicherheitsgründen mitsamt ihres Astes entfernt wurde. Pünktlich zum diesjährigen Sommerbeginn ist nun eine neue Schaukel aufgetaucht.
Oder besser gesagt: zwei. Denn noch am Pfingstwochenende standen Kinder am Prießnitzufer Schlange, kletterten auf eine umgestürzte Weide und schwangen sich auf einer provisorisch zusammengebundenen Strickschaukel meterhoch über das Elbufer.
Von dieser improvisierten Schaukel zeugen inzwischen nur noch die Reste: Das gerissene Seil hängt gespannt am Stamm, der dazugehörige Ast ist in der Baumkrone abgebrochen. Offenbar wurde zu heftig geschaukelt.
Keine hundert Meter weiter, auf der anderen Seite der Prießnitz, hängt jedoch bereits die nächste neue Schaukel.
Sie wirkt robuster, ist mit Spanngurten befestigt und trägt einen gereimten Vierzeiler, der sich als Reaktion auf die städtischen Sicherheitsbedenken lesen lässt: "Immer höher und weiter, bis der Ast bricht", schreiben die unbekannten Schaukel-Aktivisten im ersten Satz.
Damit hat das Elbufer einen Sehnsuchtsort zurückgewonnen, einen Ort für Kinder, Familien oder Pärchen, die zwischen Prießnitz und Elbe eine Pause suchen.
Das Potenzial, erneut von Influencern entdeckt und zu einem der beliebten kleinen Stadtgeheimnisse erklärt zu werden, besitzt die Schaukel allemal. Wenn der Ast nicht wieder bricht …