Vor sieben Jahren noch in Dresden gefeiert: Warum die Uni-Brauerei in die Insolvenz schlitterte

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Dresden - Aufstieg, Hype und jetzt die Krise? Die Dresdner Uni-Brauerei "Lohrmanns Brew" steckt im Insolvenzverfahren. Explodierende Kosten, Bauverzögerungen und teure Investitionen brachten das Vorzeigeprojekt ins Wanken. Und doch erzählt die Geschichte auch von einem rasanten Erfolg, der in Dresden und deutschlandweit für Aufsehen sorgte.

Im Kraftwerk Mitte blühte Lohrmanns regelrecht auf und entwickelte sich immer weiter.
Im Kraftwerk Mitte blühte Lohrmanns regelrecht auf und entwickelte sich immer weiter.  © Steffen Füssel

2019 gestartet als erste ausgegründete Universitätsbrauerei Deutschlands, wollten die Gründer Jan Weigand (51) und Thomas Henle (64) Wissenschaft und Braukunst verbinden.

"Unser Ziel ist dabei, wissenschaftliche Braukompetenz in marktfähige Biere zu übersetzen", erklärt die Brauerei. Was zunächst wie eine Nische klang, wurde schnell zum Selbstläufer: "Mit unserer Geschäftsidee gelang uns ein wahrlicher Raketenstart."

Das Pils überzeugte früh, später folgten Hell und Rot - alle drei Sorten etablierten sich im Handel. Der große Durchbruch kam mit dem Umzug ins Kraftwerk Mitte. Plötzlich war Lohrmanns mehr als nur eine Marke.

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"Ab diesem Moment konnten wir unsere Biervielfalt vor Ort zeigen." Formate wie Tastings oder "Lohrmanns meets Science" machten das Bier zum Erlebnis und die Brauerei zu einem festen Bestandteil der Dresdner Szene.

Francisco Arroyo (58) war lange das Gesicht der Brauerei und stand für den Erfolg.
Francisco Arroyo (58) war lange das Gesicht der Brauerei und stand für den Erfolg.  © Steffen Füssel
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Hinter Erfolgsgeschichte wuchs der Druck

Ob die Biermarke noch eine langfristige Zukunft hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
Ob die Biermarke noch eine langfristige Zukunft hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.  © Steffen Füssel

Eine Schlüsselfigur dieses Erfolgs war lange Geschäftsführer Francisco Arroyo (58), der die Brauerei seit der Gründung operativ führte. Doch er ist bereits seit Jahresbeginn nicht mehr im Amt.

Denn hinter der Erfolgsgeschichte wuchs der Druck. Hohe Anfangsinvestitionen, verzögerte Bauprojekte und die Pandemie hinterließen Spuren. Dazu kamen steigende Energie- und Personalkosten.

"Es wurde deutlich, dass eine strukturelle Neuordnung erforderlich ist." Der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung sei deshalb kein Absturz, sondern ein geplanter Schritt.

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Immerhin: "Weder steht der Betrieb still noch wird er eingestellt - im Gegenteil." Bier fließt weiter, Veranstaltungen laufen und die Löhne seien abgesichert. Die Sanierung sei "eine klare Chance". Ob daraus wirklich ein zweiter Raketenstart wird, muss sich jedoch erst noch zeigen.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel (2)

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