"Schwarzes" Wochenende südlich von Dresden: Gemeinde wappnet sich für Katastrophe
Bannewitz - Seit Freitagmittag probt Bannewitz den Blackout-Ernstfall: Was tun, wenn plötzlich kein Strom mehr fließt? Am Samstag erreichte die Übung ihren Höhepunkt, Einsatzkräfte und Statisten spielten durch, wie gehandelt werden muss, sollte ein Cyberangriff die Stromversorgung kappen. Bürgermeister Heiko Wersig (43, parteilos) zeigte sich am Nachmittag "sehr zufrieden".
Man habe "schon viele Erkenntnisse" aus der Katastrophenschutz-Übung "Schwarzer Freitag" ziehen können, betonte er am Samstag gegenüber TAG24.
Seit 12 Uhr am Vortag erproben die örtliche Feuerwehr und Verwaltung die eigene Leistungsfähigkeit, werden dabei durch das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die Polizei, das DRK sowie das THW aus Dippoldiswalde unterstützt. Auch Wersig selbst ist kräftig involviert.
So wurde unter anderem eine Notunterkunft eingerichtet, die sich "grade aktuell in der Auflösung" befand. "Die ganzen Senioren-Statisten, die uns unterstützt haben, haben ein warmes Mittagessen bekommen [...], jetzt läuft der Rücktransport über das DRK", erklärte der Bürgermeister der Gemeinde vor den südlichen Toren Dresdens.
Während das THW bei dem Abbau der Notunterkunft hilft, muss die Feuerwehr noch mal zu einem großen Einsatz ausrücken. Unter anderem wird bei der zweitägigen Übung auch simuliert, dass durch den Stromausfall die Ampeln nicht mehr funktionieren - Unfälle würden sich in solch einem Fall wohl häufen.
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Blackout in Bannewitz: Bürgermeister Heiko Wersig ist zufrieden mit Übungsverlauf
Besonders kritisch im Fall der Fälle: die Kommunikation! So wurde am Samstag auch durchgespielt, was bei einem Brand, der mit dem eigentlichen Stromausfall nichts zu tun hat, passieren würde.
Unter anderem wurden Notfall-Infopunkte in den Ortsteilen aktiviert, die von einem mit Notfunk ausgestatteten Fahrzeug abgefahren wurden.
"Ich denke, wir haben viele Erkenntnisse und schon mal ein positives Zwischenfazit gezogen, sodass wir wirklich alle zufrieden sind", sagte Wersig. Um 16 Uhr soll die "Schwarzer Freitag"-Übung dann endgültig überstanden sein.
Während der Blackout-Probe kam es in Bannewitz zu einigen Verkehrseinschränkungen. Die August-Bebel-Straße wurde zum Teil komplett gesperrt. Der Strom wurde indes nie wirklich abgeschaltet und auch eine echte Gefahr bestand zu keinem Zeitpunkt, wie schon im Voraus versichert worden war.
Titelfoto: Montage:Ove Landgraf

