Zum 13. Februar: Bündnis meldet Protestdemos gegen mehr als 1000 Neonazis

Dresden - Jedes Jahr stellt der Jahrestag der Bombardierung Dresdens auch einen Kraftakt für die Polizei dar. Der Grund: Mehr als 1000 Neonazis wollen das Gedenken für sich instrumentalisieren, das wiederum wollen Tausende Gegner verhindern.

Über 1000 Neonazis wollen am Wochenende wieder durch Dresden ziehen.
Über 1000 Neonazis wollen am Wochenende wieder durch Dresden ziehen.  © Holm Helis

Ab 12 Uhr will sich die bundesweite Neonazi-Szene, teilweise unterstützt aus dem europäischen Ausland, in Dresden sammeln. 14 Uhr soll es mit einer Kundgebung und anschließendem Aufmarsch losgehen.

Der genaue Startpunkt ist noch nicht öffentlich. Einiges spricht dafür, dass wie im Vorjahr der Bahnhof Dresden-Mitte angesteuert wird.

Gegen den Aufmarsch, aber auch gegen das offizielle Gedenken an sich ruft das Bündnis "Dresden Wi(e)dersetzen!" auf die Straße: "Das Interesse der üblichen rechten Akteure hält sich diesmal in überschaubaren Grenzen", sagt Rita Kunert (63, "Herz statt Hetze") zum 13. Februar.

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Daher wurde ein Programm mit Beiträgen aus der Zivilgesellschaft auf dem Altmarkt organisiert. "Bewusst parallel zur Menschenkette laufen zwei Zubringerdemos vom Campus und aus der Neustadt dorthin", so die Sprecherin. "Beide passieren den Külz-Ring." Nicht zufällig denn dorthin führt ein Autokorso des Neonazis Max Schreiber (38), der dort bis zum 14. Februar eine durchgängige Mahnwache abhält.

Polizeisprecher: "Gehen von einem friedlichen Versammlungsgeschehen aus"

Polizeisprecher Marko Laske (50) rechnet mit einem friedlichen Verlauf der Demos.
Polizeisprecher Marko Laske (50) rechnet mit einem friedlichen Verlauf der Demos.  © Thomas Türpe

Für den Sonnabend sind dann Zubringer-Demos aus Neustadt und dem Uni-Campus geplant. Deren genaue Routen sind noch unklar: "Wenige Tage im Vorjahr haben wir keine Planungssicherheit", kritisiert Matthias Lüth (30) von "Dresden Wi(e)dersetzen!". "Von unserer Demonstration geht keinerlei Gefahr aus."

Die Polizei will nichts anderes unterstellen: "Wir gehen von einem friedlichen Versammlungsgeschehen aus", sagt Sprecher Marko Laske (50). "Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Polizei, sowohl das Recht auf Versammlungsfreiheit als auch einen Protest in Hör- und Sichtweite zu gewährleisten." Man setze auf Deeskalation.

Schwerpunkt sei der 14. Februar. Wasserwerfer und Räumpanzer würden bereitgehalten: "Bei einem erwarteten friedlichen Verlauf werden diese aber nicht im unmittelbaren Einsatzraum zu sehen sein oder zum Einsatz kommen", so Laske. Neben der sächsischen Polizei werden auch Beamte aus Brandenburg, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Einsatz sein.

Titelfoto: Holm Helis

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