Sollen alte Graffiti-Schmierereien die neue Robotron-Kantine zieren?

Dresden - Nächstes Jahr soll die Sanierung der Robotron-Kantine (zwischen 1969 und 1972 erbaut) am Hygienemuseum beginnen. Wie schön könnte das marode Gebäude einmal werden? Ein nun prämierter Architekten-Entwurf irritiert.

So verfallen sieht die Robotron-Kantine heute aus.
So verfallen sieht die Robotron-Kantine heute aus.  © Thomas Türpe

Die Mittel der Stadt (rund 6,1 Millionen Euro, davon 612.000 Euro Eigenmittel) reichen eigentlich nur für das Wesentliche - Brandschutz, Haustechnik, Fassaden- und Dachsanierung. Trotzdem lobte die Stadt einen Architekten-Wettbewerb aus, 12 Büros überboten sich um den besten Entwurf.

Das Dresdner Architekturbüro "Knerer und Lang Architekten" holte den Titel!

Doch auf ihrer Visualisierung sieht die Robotron-Kantine ähnlich heruntergekommen aus wie der Status Quo. Demnach soll die Fassade graffitibeschmiert bleiben.

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Vor dem Gebäude wuchert weiter Gras zwischen Bodenfugen, Holzmöbel stehen frei herum. Im Inneren wollen die Architekten verschiebbare Möbel wie Raumtrenner aufstellen, draußen einen kleinen Kiosk.

Laut dem Sieger-Entwurf sollen Graffiti-Schmierereien und Unkraut bleiben.
Laut dem Sieger-Entwurf sollen Graffiti-Schmierereien und Unkraut bleiben.  © Norbert Neumann
Eine Ausstellung mit allen Entwürfen ist jetzt im Stadtforum zu sehen.
Eine Ausstellung mit allen Entwürfen ist jetzt im Stadtforum zu sehen.  © Norbert Neumann
Thomas Knerer (62), Nicolai Scheinhardt (31) und Raja Brettschneider (28, v.l.) vom Büro "Knerer und Lang Architekten" überzeugten die Jury.
Thomas Knerer (62), Nicolai Scheinhardt (31) und Raja Brettschneider (28, v.l.) vom Büro "Knerer und Lang Architekten" überzeugten die Jury.  © Norbert Neumann

Ende 2027 soll Sanierung der Robotron-Kantine beginnen

Baubürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) will behutsam sanieren.
Baubürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) will behutsam sanieren.  © Norbert Neumann

Dieser Entwurf ist jetzt Grundlage für die Planer im Rathaus, um daraus eine Vorlage für den Stadtrat zu erarbeiten. Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) erklärt: "Es sollte von außen nicht so schäbig aussehen, aber angesichts des Budgets wird man nicht alles erneuern können. Die Graffiti sollen schon wegkommen."

Kühn sieht sogar Vorteile im knappen Budget. "So geht man behutsamer mit dem um, was schon da ist. Dieser Ort ist symbolträchtig, die Wiege des heutigen Silicon Saxony."

Im ersten Quartal 2027 soll der Stadtrat über die Vorlage abstimmen, Ende 2027 dann die Sanierung beginnen.

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Das Dach - es tropft ins Gebäude - wird schon diesen Sommer saniert. Wer sich selbst ein Bild machen will: Bis zum 22. Februar sind alle Architekten-Entwürfe von 9 bis 18 Uhr im Stadtforum (Waisenhausstraße 14) ausgestellt.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Norbert Neumann

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