Zweimal täglich je zwei Stunden: Zu diesen Zeiten sprudeln Dresdens größte Brunnen
Dresden - Viele Brunnen in der Stadt sprudeln gar nicht oder nur auf Sparflamme - leere Kassen und eine (eigentlich aufgehobene) Haushaltssperre sind der Grund. Wer allerdings über die Prager Straße schlendert oder am Albertplatz auf die Straßenbahn wartet, bekommt schnell den Eindruck: Die Wasserspiele sind im Dornröschenschlaf.
So sprudelt der Kracht-Brunnen auf dem Neustädter Markt nur noch zwischen 15 und 17 sowie 20 und 22 Uhr.
Dabei sind die ausgewählten Zeiten laut Rathaus, kein Zufall: "Die Brunnen laufen in dem Zeitraum, in dem die höchsten Temperaturen zu erwarten sind. An einem hochsommerlich heißen, windschwachen Tag wurden diese in Dresden gegen 15 Uhr gemessen."
Die späte Sprudel-Vorstellung ist hingegen dem geschuldet, dass "die Brunnen auch am Abend mit Beleuchtung laufen sollen. Damit soll versucht werden, Kosten zu sparen und die Brunnen dennoch in ihren unterschiedlichen Facetten zu zeigen", so das Rathaus auf TAG24-Anfrage.
Auch andere Wasserspiele müssen mit Mini-Laufzeiten auskommen.
Trostlos sieht es auf dem Albertplatz aus
Der DDR-Prachtsprudler "Schalenbrunnen" von 1969, der erst vor fünf Jahren zurückkehrte, läuft wie der Kracht-Brunnen nur vier Stunden täglich.
Ähnlich trostlos sieht es auf dem Albertplatz am denkmalgeschützten "Stürmische Wogen" (1894), im Wasserbecken vor dem Kulturpalast sowie am Wasserspiel "Bastion Saturn" am Postplatz aus.
Grund ist, dass diese "großen Brunnenanlagen allein durch den Stromverbrauch Kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro pro Brunnensaison verursachen".
Titelfoto: Norbert Neumann
