Dresden - Magie ist harte Arbeit. Das bekam auch Sänger Marcus Günzel (48) zu spüren. Für das Musical "Simsalabim" (Premiere am Samstag) ging der Operettenstar bei den beiden Dresdner Zaubermeistern Karl-Heinz Kaiser (73) und Matthias Leubert (64) in die "Lehre".
"Wir staunen, dass sich die Operette an dieses Thema wagt", nicken die Haber-Profis. Denn das Musical "Simsalabim" thematisiert das magische Leben des Zauberers Kalamag (bürgerlich Helmut Ewald Schreiber), der von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels gefördert und von Hitlers Adjutanten Julius Schaub protegiert wurde.
"Gerade deshalb ist es nicht nur eine Zauber-Revue, sondern ein Politthriller und Psychogramm - die Nähe zur Macht ist ein großes Thema, sehr aktuell", sagt Günzel.
Das Stück verlangt ihm viel ab - auch große Fingerfertigkeiten. "Ich habe zwei Großillusionen im Stück und viele kleine Tricks. Ungefähr seit dem Jahreswechsel übe ich intensiv", verrät Günzel.
"Auch wenn ich mal den obligatorischen Zauberkasten zu Weihnachten bekommen habe, an Zauberei habe ich mich bis dato nicht versucht." Dafür schlägt sich der Bariton wacker.
Die Zaubermeister Kaiser und Leubert bauen sogar Spezialeffekte für die Ehrlich Brothers
"Wir haben natürlich Tricks ausgewählt, die ein Laie bewältigen kann", schmunzeln Kaiser und Leubert.
Kaiser hatte mit elf Jahren seinen ersten magischen Auftritt in der DDR-Talenteshow von Heinz Quermann und war letzter DDR-Meister seines Fachs.
Zusammen mit Leubert baut er bis heute in Kleinzschachwitz Großillusionen und Spezialeffekte, sogar für die Ehrlich Brothers.
Die Tricks mit Günzel einzustudieren, ist die eine Sache.
"Es galt aber auch, die Choreografie, die Regie und das Licht auf die Illusionen abzustimmen. Wir haben uns extra auch in den Rang gesetzt und Blickachsen geprüft, um die Tricks winkelsicher zu machen", lachen Kaiser und Leubert.
Natürlich sitzen die beiden Profis bei der magischen Premiere im Publikum.