Dresden - Am 1. Juli 2009 wurde die schwangere Ägypterin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht niedergestochen, es folgten Proteste in der muslimischen Welt. 17 Jahre später - es gab noch Querelen um den perfekten Gedenktext - erinnert jetzt ein massives Denkmal (Kosten: 26.000 Euro) an die Ermordete.
Das hätte eigentlich schon letzten Juli eingeweiht werden sollen: Der Gedenktext war längst vom Stadtrat beschlossen, Künstler beauftragt worden.
Doch Anfang 2025 schaltete sich das neu besetzte Justizministerium unter Ministerin Constanze Geiert (49, CDU) ein, weil es weiter am Text feilen wollte ... Immerhin beteiligte es sich auch an den Kosten.
"Das Abstimmungsverfahren war sehr komplex", erklärte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48) also bei der heutigen Einweihung. Künstlerin Marion Hempel (67): "Immer wieder musste ich die Schrift neu setzen."
Sie gestaltete die fertige Stele, in die ein Glaskunstwerk gefasst ist. "Die Palme symbolisiert die schöne, standhafte, ägyptische Frau. Der Halbmond steht für die arabische Welt", erklärt die Künstlerin.
Ein Bild der getöteten Frau habe sie nicht zeigen können. "Das ist in der Kultur nicht erwünscht."
Kulturbürgermeisterin Klepsch ist vom Endergebnis überzeugt
Kulturbürgermeisterin Klepsch und auch Amtschef des Justizministeriums Till Pietzker (58) überzeugte das Endergebnis.
"Diese Reminiszenz an die arabische Welt ist wirklich gelungen", so Klepsch. Der Amtschef: "Die Stele gefällt mir gestalterisch sehr."
Doch wird sie auch den Dresdnern gefallen? Womöglich nehmen manche Anstoß am arabischen Schriftzug - Marwas Name im Original.
Doch die Stele (80 Kilogramm schwer) ist robust und mit Sicherheitsglas ausgestattet. Sie soll lange stehenbleiben.