Nächster Akt im Kriegstreiber-Zoff: Erste Partei fordert Rücktritt von CDU-Mann Krüger

Dresden - Die Luft für Peter Krüger (61), Chef der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat, wird dünner. Nach seiner Twitter-Pöbelattacke (TAG24 berichtete) auf FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (64) fordert deren Partei nun eine "personelle Neuorientierung" an der Fraktionsspitze.

Mit merkwürdigen Mitteilungen auf Twitter sorgte CDU-Mann Peter Krüger (61) am Mittwoch über die Stadtgrenzen von Dresden hinaus für Empörung.
Mit merkwürdigen Mitteilungen auf Twitter sorgte CDU-Mann Peter Krüger (61) am Mittwoch über die Stadtgrenzen von Dresden hinaus für Empörung.  © Petra Hornig

"Wir haben die Äußerungen, die halbgare Distanzierung von Herrn Krüger und die Rechtfertigung für seine polemischen wie populistischen Äußerungen gegenüber Frau Strack-Zimmermann zur Kenntnis genommen", zitiert der FDP-Kreisverband Dresden seinen Vorsitzenden und Stadtrat Holger Hase (46).

Der betonte, enttäuscht, aber nicht überrascht zu sein.

"Wer Peter Krügers Stil und die Entwicklungen der Unionsfraktion seit dem Abgang von Jan Donhauser in die Stadtverwaltung verfolgt hat, konnte eine CDU im freien Fall beobachten: Drei von 15 Stadträten weniger, sich widersprechende Absprachen ohne klare Linie und ein Hang, selbst in sensiblen Momenten nicht an sich halten zu können", so Hase.

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"Wir arbeiten seit Jahren vertrauensvoll mit dem Kreisvorstand der CDU zusammen und schätzen die Kolleginnen und Kollegen sehr. Umso mehr irritiert Peter Krügers öffentliches Agieren. Er dachte im November vergangenen Jahres laut über seinen Rücktritt nach. Vielleicht sollte er diesen Gedanken wieder aufgreifen. Für unsere künftige Zusammenarbeit mit der Union wäre das hilfreich."

CDU Dresden entschuldigt sich für Krüger-Aussagen bei Strack-Zimmermann

CDU-Dresden-Chef Markus Reichel (54).
CDU-Dresden-Chef Markus Reichel (54).  © Christian Kielmann

Die schärfte am Mittwochabend noch einmal nach.

Nachdem der Kreisvorsitzende Markus Reichel (54) die Unterstellung Krügers, Strack-Zimmermann sei eine Kriegstreiberin, gegenüber TAG24 als "völlig unzutreffend" zurückgewiesen hatte, hieß es wenige Stunden später in einer Pressemitteilung:

"Im Hinblick auf die Frage, ob es richtig oder falsch ist, die Ukraine in der jetzigen Lage mit weiteren Waffen zu unterstützen, ist ohne Frage eine offene gesellschaftliche Debatte zu führen. Mit seinen Äußerungen auf Twitter am 24. und 25. Januar 2023 hat [...] Peter Krüger den Rahmen dieser Debatte verlassen."

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"Im Namen der Dresdner Union entschuldige ich mich hiermit bei meiner Kollegin: Frau Abgeordnete Strack-Zimmermann, niemandem steht es zu, Sie als Kriegstreiberin zu diffamieren und Ihren Kindern Krieg und Verderben an den Hals zu wünschen. Ich habe Sie als besonnene Kollegin im Deutschen Bundestag kennengelernt und werde diesen Eindruck zu Ihrer Person in meiner Partei auch so vertreten", so Reichel.

Und die stellvertretende Vorsitzende, Anja Bohländer, ergänzte: "Für derartige Aussagen lasse ich weder mich als Person noch mein Parteiengagement vereinnahmen. Ich halte es für unabdingbar, dass Peter Krüger sich, vollkommen losgelöst von seiner öffentlichen Entschuldigung, gegenüber dem Vorstand unserer Partei erklärt."

Titelfoto: Petra Hornig

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