Dresden - Für die einen ist sie ein Zeichen gesellschaftlichen Zusammenhalts, für die anderen das genaue Gegenteil: In kaum einer anderen Nation spaltet das Zurschaustellen der Nationalflagge die Gemüter so sehr wie in Deutschland. Nun sorgt der Vorschlag zweier Ratsfraktionen für neuen Diskussionsstoff.
Die Farben Schwarz-Rot-Gold gehen auf die Freiheits- und Einheitsbewegung des 19. Jahrhunderts zurück und wurden zur Flagge der Weimarer Republik, was deren Gegner offen ablehnten. Nach 1945 wählten sowohl die DDR als auch die Bundesrepublik den Dreiklang erneut als Staatsflagge.
Geht es nach dem Willen von CDU, FDP und den Freien Bürgern, soll jetzt geprüft werden, ob und wo die Nationalflagge vor Dresdner Schulen gehisst werden kann.
"Die Deutschlandfahne ist das höchste Symbol für Demokratie, Freiheit und Verbundenheit mit unserem Land", begründet Stadtrat Matthias Dietze (51, CDU) den gemeinsamen Antrag. Finanziert werden soll die Anbringung über Spenden.
Zusätzlich könnten auch die Flaggen Europas, Sachsens und Dresdens montiert werden.
Neu ist die Idee in Mitteldeutschland nicht: Mehrere Landkreise in Sachsen-Anhalt präsentieren die Flagge vor staatlichen Dienstgebäuden und Schulen.
Auch in Sachsen (Landkreis Bautzen, Erzgebirgskreis) erhielten entsprechende Anträge Zustimmung - eingebracht jeweils von CDU oder AfD.