Dresden muss ein kleines Stück Fußweg für 600.000 Euro kaufen: Das steckt dahinter

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Dresden - Ist das Dresdens teuerstes Pflaster? Damit die Stadt die Königsbrücker Straße ab September wie geplant sanieren und ausbauen kann, muss sie noch einige anliegende Grundstücke kaufen. Darunter ein Stückchen Fußweg nahe Albertplatz für 1000 Euro pro Quadratmeter.

Im September soll der Ausbau der Königsbrücker Straße starten.
Im September soll der Ausbau der Königsbrücker Straße starten.  © Norbert Neumann

Nach sechsjähriger Prüfung hatte die Landesdirektion die Freigabe für den grundhaften Ausbau der wichtigen Verkehrsachse im Norden gegeben.

Für den Ausbau mit vier Spuren (die Bahn fährt größtenteils im separaten Gleisbett) müssen nicht nur 122 Bäume gefällt werden, sondern auch noch Grundstücke angekauft werden, die nicht im Eigentum der Stadt sind.

Laut Martin Schulte-Wissermann (55, Piraten) von der PVP-Fraktion will die Stadt dafür 2,5 Millionen Euro ausgeben. Was den Stadtrat, der in der Neustadt seinen Wahlkreis hat, dabei stört: Ein Stückchen Fußweg (rund 600 Quadratmeter) mit ein paar Bäumen darauf kommt die Stadt in Zeiten ohnehin leerer Kassen jetzt teuer zu stehen.

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Laut TAG24-Informationen liegt es im südlichen Teil der Königsbrücker Straße nahe dem Artesischen Brunnen und gehört Vonovia. Gut 600.000 Euro will die Stadt bieten.

Teures Pflaster: Nach TAG24-Informationen geht es um diesen Gehweg mit Bäumen nahe dem Artesischen Brunnen.
Teures Pflaster: Nach TAG24-Informationen geht es um diesen Gehweg mit Bäumen nahe dem Artesischen Brunnen.  © Thomas Türpe
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Stadtrat Johannes Lichdi (62, fraktionslos).
Stadtrat Johannes Lichdi (62, fraktionslos).  © Petra Hornig
Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (55, Piraten) von der PVP-Fraktion.
Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (55, Piraten) von der PVP-Fraktion.  © Petra Hornig

Kosten sorgen für Ärger

Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).
Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).  © Norbert Neumann

"Wir kaufen Fußweg für 1000 Euro pro Quadratmeter", kritisierte Schulte-Wissermann. Jahrelang habe die Verwaltung geplant und mache das jetzt erst, "drei Monate, bevor die Bagger kommen".

Das koste jetzt entsprechend viel Geld. Ob der Kaufpreis dem Verkehrswert entspricht oder das Rathaus mehr Geld anbietet, wollte Stadtrat Johannes Lichdi (62, fraktionslos) wissen.

"Grundlage für das städtische Angebot ist der von der kommunalen Statistikstelle ermittelte Bodenwert und der aus dem Gehölzgutachten ermittelte Entschädigungswert", entgegnete Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne). Es sei also der Verkehrswert.

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Man versuche, die Grundstücke auf normalem Wege zu erwerben. Es sei allerdings auch die rechtliche Grundlage für eine Enteignung gegeben. Diese sei laut Kühn "möglich, aber nur zulässig, wenn sich die Stadt zuvor um den freihändigen Erwerb zu angemessenen Bedingungen bemüht hat". Die Räte segneten dann mehrheitlich die Ankaufspläne (51 Ja, 8 Nein, 7 Enthaltungen) ab.

Man werde das städtische Angebot annehmen, teilte ein Vonovia-Sprecher am Nachmittag mit.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, Petra Hornig

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