Dresdens Gartenschau-Projekte: Keine Einigkeit über die geschrumpfte Buga

Dresden - Wegen Geldnot ließ Dirk Hilbert (54, FDP) das Konzept für die Bundesgartenschau (Buga) 2033 in Dresden ordentlich zusammenstampfen. Darüber gab es im Stadtrat eine hitzige Debatte, die der OB als teilweise "völlig grotesk" bezeichnete. Sein Wunsch nach einem klaren Bekenntnis blieb unerfüllt.

Diese alten Stallgebäude an der Oskar-Röder-Straße neben der Rennbahn sollen im Zuge der Buga weichen.
Diese alten Stallgebäude an der Oskar-Röder-Straße neben der Rennbahn sollen im Zuge der Buga weichen.  © Steffen Füssel

Statt der ursprünglich geplanten 232 Millionen sollen nur noch 120 Millionen Euro investiert werden. Die Hälfte davon aus Fördermitteln, die aber noch nicht voll gesichert sind. Die Linke warnte vor weiteren "Luftnummern".

Folge der Geldnot: Das rechtselbische Kernareal um den Proschhübel in der Neustadt wurde gestrichen. Das kritisierten Grüne, SPD und PVP-Fraktion.

Auch die jetzt geplanten Investitionen ins Kernareal Galopprennbahn, genauer in Sanierungen der denkmalgeschützten Tribüne und Neubau von Pferdeställen, warfen Fragen nach dem Nutzen für die Buga und die Dresdner auf.

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Darüber schüttelte wiederum der OB den Kopf. Er erklärte, dass damit das Areal an der Oskar-Röder-Straße, wo sich die alten Ställe befinden, frei für Wohnungsbau würde. Zudem betonte er den Nutzen einer festen Tribüne auf dem Veranstaltungsareal.

Das wieder flott und attraktiv für die Dresdner zu machen, fand die Zustimmung von Team Zastrow (TZ), immerhin sei es mit 40 Hektar größer als der geplante Südpark. Auch FDP/FB, AfD, BSW und CDU sprachen sich für die Schrumpf-Buga aus.

Die Galopprennbahn ist ein Kernareal, um das es Streit gibt.
Die Galopprennbahn ist ein Kernareal, um das es Streit gibt.  © Steffen Füssel
OB Dirk Hilbert (54, FDP) wünschte sich ein klares Buga-Bekenntnis von den Räten.
OB Dirk Hilbert (54, FDP) wünschte sich ein klares Buga-Bekenntnis von den Räten.  © Eric Münch

Dirk Hilbert hatte um "starke Zustimmung" geworben

Der Stadtrat diskutierte hitzig über die Bundesgartenschau (Buga).
Der Stadtrat diskutierte hitzig über die Bundesgartenschau (Buga).  © Eric Münch

Nicht alles in der Stadtentwicklung könne man realisieren, aber einiges, so Hilbert.

"Wir mussten uns fokussieren." Grüne und SPD forderten zahlreiche Nachbesserungen, wollten auch das Projekt Blaues Band/Geberbach besser integrieren. Sie seien nicht grundsätzlich gegen die Buga, wollten diese aber richtig machen. Eine Mehrheit fanden sie nicht.

Aber auch der OB konnte am Ende nicht wirklich zufrieden sein, hatte er doch mehrfach um "starke Zustimmung" geworben.

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Am Ende folgten ihm 49 Räte, elf lehnten ab und elf enthielten sich.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch

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