Fehlende Notstromversorgung in Dresden bereitet Stadträten Sorge
Dresden - Wie steht's um Dresdens Krisenvorsorge? Darüber diskutierten die Räte am Donnerstag. Hintergrund ist die bis heute fehlende Notstromversorgung des im Krisenfall wichtigen Groß-Tanklagers an der Bremer Straße.
Im Falle eines Blackouts (flächendeckender Stromausfall) würde von hier aus die Verteilung wichtiger Kraftstoffe (etwa Benzin, Diesel) im Stadtgebiet erfolgen.
Damit können Stromgeneratoren etwa von Kliniken oder Rettungskräften betrieben werden. Doch die dafür notwendige Netz-Ersatzanlage kann trotz Ratsbeschlusses von 2022 wegen Bummelei der Verwaltung wohl erst 2027 in Betrieb gehen.
"Es geht um die Frage, ob unsere Stadt handlungsfähig bleibt", so Remo Liebscher (48, Team Zastrow). Er kritisierte den Beigeordneten Stephan Kühn (46, Grüne), der sich lieber auf den Radverkehr konzentriere als auf eine schnelle Lösung.
Die Grünen verwiesen an die Zuständigkeit des Brand- und Katastrophenschutzamtes unter Führung des Beigeordneten Jan Pratzka (53, CDU).
Sie forderten ein "dezentrales Sicherheitsnetz", um ein Netzwerk ohne Achillesferse zu etablieren. Die SPD gab zu bedenken, dass viele Pflegeheime keine Notstromversorgung hätten.
Im Krisenfall sollten die Dresdner auch auf Selbstvorsorge (etwa Nahrung, Licht) setzen, regte die CDU an.
Titelfoto: Norbert Neumann
