Dresdner OB-Wahl 2022: Jubel und Katzenjammer bei den Wahlpartys

Dresden - Frühzeitig ließen es die Sozialdemokraten am Wahlabend krachen. Gleich nach Schließung der Wahllokale hielt ihr Kandidat Albrecht Pallas (42, SPD) eine fulminante "Siegesrede" vor rund hundert Parteifreunden, die sich in einem improvisierten Biergarten neben dem Herbert-Wehner-Haus eingefunden hatten. Pallas schwärmte: "Egal, wie der Abend heute ausgeht, wir haben gewonnen. Die Dresdner wollen den Wechsel."

Die Grünen verfolgten auf ihrer Wahlparty gespannt die Auszählung.
Die Grünen verfolgten auf ihrer Wahlparty gespannt die Auszählung.  © Thomas Türpe

Favorit Dirk Hilbert (50, FDP) hatte mit Parteifreunden und seinem Team in die Lounge der Galopprennbahn geladen.

Gegen 19.15 Uhr Uhr trat er dort unter Bravo-Rufen und Applaus vor rund hundert Anhänger. Nach einer Umarmung für seine Frau auf offener Bühne bedankte er sich sichtlich erleichtert bei seinen Freunden und Unterstützern. Die durften dann auch noch alle auf die Bühne.

Die OB-Wiederwahl-Partei CDU hatte für 18 Uhr gediegen ins Fischrestaurant "Alberthafen" geladen. Über die zu Beginn gerade mal 14 Anwesenden fand CDU-Kreis-Chef Markus Reichel (53) launisch: "Das Wetter ist, wie es ist ..."

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Die Grünen feierten schon ab 17 Uhr vor der "Blauen Fabrik" in der Neustadt. Kurz nach Schließung der Wahllokale hatte Kandidatin Eva Jähnigen (56) schon eine Flasche "Freiberger" in der Hand.

Bei Grillstimmung jubelte sie: "Leute, wir haben so oder so schon gewonnen. Euer Rückhalt war großartig." Sprach's und radelte Richtung Rathaus los!

André Schollbachs (43) Gäste hatten schon bei seiner Ankunft gemischte Gefühle.
André Schollbachs (43) Gäste hatten schon bei seiner Ankunft gemischte Gefühle.  © Thomas Türpe
Bei SPD-Mann Albrecht Pallas (42) ging's um die Wurst.
Bei SPD-Mann Albrecht Pallas (42) ging's um die Wurst.  © Thomas Türpe

Für die Linken gab's im "Haus der Begegnung" weniger zu feiern. Miese Stimmung, mancher Linker hatte offenbar schon begonnen, sich das enttäuschende Abschneiden seines Kandidaten André Schollbach (43) schönzutrinken...

Die AfD, die sich selbst als DIE Volkspartei sieht, wollte das Volk bei ihrer Party lieber nicht dabeihaben. Die Rechtspopulisten feierten (wie üblich) unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe

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