Vier Verschönerungs-Vorhaben durchgewunken: Hier putzt Dresden sich bald raus

Dresden - In seiner letzten Sitzung in "alter" Besetzung fasste der Stadtrat noch einige Beschlüsse, um die Stadt schöner zu machen. Als "Geschenke" an die Dresdner oder finanzielle Bürde für den kommenden Rat sollten die Entscheidungen aber nicht verstanden werden. Sie standen teils schon seit Monaten auf der Tagesordnung, kamen aber erst jetzt zur Abstimmung.

Hier sprudelt nichts mehr: So heruntergekommen sieht das Römische Bad aktuell aus.
Hier sprudelt nichts mehr: So heruntergekommen sieht das Römische Bad aktuell aus.  © privat

Das Römische Bad wird endlich aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Schloss Albrechtsberg mit Parkanlage und Bad ist seit 1977 ein Denkmal von besonderer nationaler Bedeutung. Viele Dresdner planschten selbst noch in den 1980er-Jahren in dem Wasserbecken mit Fontäne.

Doch seit vielen Jahren bröckelt der Sandsteinbau, beherbergt Fledermäuse, wuchert Moos am Beckengrund. Die Sanierung kostet insgesamt rund 6,6 Millionen Euro, soll in zwei Abschnitten geschehen.

Für den ersten sind für dieses und das kommende Jahr vier Millionen Euro eingeplant, davon stammen mehr als 2,6 Millionen Euro aus Fördertöpfen von Bund und Land.

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"Es ist teuer, Denkmäler zu sanieren", so Stadtrat Thomas Löser (52, Grüne). "Aber wir haben als Stadt auch die Aufgabe, uns darum zu kümmern, das ist kein Luxus. Wir sind eine Kunst- und Kulturstadt."

Der Putz bröckelt: Eine Sanierung ist längst überfällig.
Der Putz bröckelt: Eine Sanierung ist längst überfällig.  © privat
So wie hier im Jahr 1982 genossen viele Dresdner die Abkühlung vor toller Kulisse.
So wie hier im Jahr 1982 genossen viele Dresdner die Abkühlung vor toller Kulisse.  © Waltraut Kossack/Archiv

CDU will künftige Schmierereien verhindern

Der östliche Vorplatz des Hauptbahnhofs soll schöner werden.
Der östliche Vorplatz des Hauptbahnhofs soll schöner werden.  © Thomas Türpe
Dunkle Ecken und Wege sollen besser beleuchtet werden und auch Taubendreck soll verschwinden.
Dunkle Ecken und Wege sollen besser beleuchtet werden und auch Taubendreck soll verschwinden.  © Thomas Türpe

Der Vorplatz im Osten des Hauptbahnhofs soll neu gestaltet und schöner werden. Die Initiative der SPD dient dazu, Aufenthaltsqualität und Sicherheit insbesondere für den Fuß- und Radverkehr zu erhöhen.

Dafür sollen verschiedene Punkte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn (DB) und den DVB geprüft werden. Die Beleuchtung unter den Brücken soll sich verbessern, "Fahrradleichen" verschwinden, neue Radständer eingerichtet werden.

Der Bereich zwischen Bayerischer Straße und Wiener Platz soll für den Verkehr gesperrt werden (Ausnahme: Taxis, Lieferverkehr). Neue Bänke, Müllbehälter, ein Trinkbrunnen und Bepflanzungen sollen den Platz einladender machen. Auch gegen Taubendreck soll vorgegangen werden.

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In der Innenstadt wird das Rathaus den Kampf gegen Graffiti-Schmierereien verstärken. Im Kern will die CDU erreichen, dass städtische Sandsteinfassaden, Springbrunnen und Stadtmöblierung (wie Sitzbänke, Reklametafeln, Laternen) nach der Säuberung von Bemalungen und Aufklebern mit Speziallack versehen werden, um künftige Verschmutzungen besser entfernen zu können.

SPD-Rat Vincent Drews amüsiert sich über Vorschlag

Philharmonie-Intendantin Frauke Roth (57) sprach vor den Stadträten.
Philharmonie-Intendantin Frauke Roth (57) sprach vor den Stadträten.  © Hermann Tydecks
Diese Bäumchen-Installation ("Hexagon") ist nur vorübergehend: Der Vorplatz des Kulturpalastes soll aber auch dauerhaft grüner werden.
Diese Bäumchen-Installation ("Hexagon") ist nur vorübergehend: Der Vorplatz des Kulturpalastes soll aber auch dauerhaft grüner werden.  © Norbert Neumann
An der alten (aber ungenutzten) Robotron-Kantine hat sich das Rathaus mit den Schmierereien abgefunden. Es soll ein Einzelfall bleiben.
An der alten (aber ungenutzten) Robotron-Kantine hat sich das Rathaus mit den Schmierereien abgefunden. Es soll ein Einzelfall bleiben.  © Eric Münch

Die CDU plädierte außerdem dafür, "in Beschmierungsschwerpunkten eine Rund-um-die-Uhr-Videoüberwachung zu installieren", wobei Kameras nur die Sandsteinmauern filmen sollten.

SPD-Rat Vincent Drews (36) amüsierte sich über die Vorstellung von "Kameras, die auf Mauern gucken", sprach sich wegen rechtlicher Bedenken dagegen aus - was eine Mehrheit auch so sah.

Vorm Kulturpalast soll es mehr Grün und Schatten geben. Dafür machte sich neben den Grünen auch Philharmonie-Intendantin Frauke Roth (57) vor den Stadträten stark, sprach vom Kulturpalast als "Wohnzimmer der Stadt".

Bislang sind auf dem versiegelten und damit im Sommer aufgeheizten Vorplatz nur vorübergehende Begrünungen wie die "Luftwurzeln" im vergangenen Jahr oder aktuell noch bis September das mit Bäumen bepflanzte Sechseck "Hexagon" (in Form des Konzertsaales) zu sehen. Nun soll eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Einfach ist das nicht, da "Kulti" und Vorplatz denkmalgeschützt sind, Bäume den Blick nicht zu stark einschränken sollen.

Titelfoto: Bildmontage: privat, Thomas Türpe

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