Verkehrsversuch am Blauen Wunder sorgt weiter für Diskussionen

Dresden - Der frühzeitig abgebrochene Verkehrsversuch am Blauen Wunder beschäftigt weiterhin die Stadtpolitik. Nachdem das Experiment von Bürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) Erwähnung im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler (BdSt) fand, diskutieren Ratsmitglieder nun über die Kosten.

Eine Fahrspur für Radler: Die hohen Kosten für den Verkehrsversuch sorgen für Diskussionen.
Eine Fahrspur für Radler: Die hohen Kosten für den Verkehrsversuch sorgen für Diskussionen.  © Norbert Neumann

Denn die lagen laut den BdSt-Recherchen bei satten 181.814 Euro.

In einer Pressemitteilung vom 4. April hatte die Stadt noch mitgeteilt, dass sich die Aufgaben auf rund 70.000 Euro belaufen würden - also weit weniger als der Hälfte.

In einer knapp zwei Wochen später veröffentlichten Meldung hieß es: "Zusätzliche Kosten entstehen durch das vorzeitige Ende des Verkehrsversuchs aller Voraussicht nach nicht."

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Für Jens Genschmar (55, Freie Wähler), der im Stadtrat Mitglied der Zastrow-Fraktion ist, passt das nicht zusammen.

Kühn habe die Öffentlichkeit über tatsächliche Kosten des Versuchs "schwer getäuscht", poltert er.

Der Ratspolitiker sieht ein Dienstvergehen, fordert OB Dirk Hilbert (52, FDP) deshalb auf, den Verkehrsbürgermeister disziplinarisch "zur Verantwortung zu ziehen."

Stadtrat Jens Genschmar (55, Freie Wähler).
Stadtrat Jens Genschmar (55, Freie Wähler).  © Robert Michael/dpa
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Eine in der vergangenen Woche gestellte Anfrage von TAG24 über die rückblickende Bewertung des Verkehrsversuchs blieb vom Rathaus bislang unbeantwortet.

Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann, Robert Michael/dpa

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