Elberadweg: Baubürgermeister Kühn setzt Ausbau-Pläne plötzlich auf null

Dresden - Keine Dresdner Radroute ist beliebter - und überfüllter - als der Elberadweg. Seit 15 Jahren soll die Strecke zwischen Johannstadt und Blasewitz deshalb ausgebaut werden. Plötzlich will Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) ganz neu planen.

Der Elberadweg wird von Radlern, Spaziergängern, Joggern und Rollstuhlfahrern genutzt. Bei schönem Wetter platzt er aus allen Nähten.
Der Elberadweg wird von Radlern, Spaziergängern, Joggern und Rollstuhlfahrern genutzt. Bei schönem Wetter platzt er aus allen Nähten.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Im Juli 2011 beschloss der Stadtrat den Bau eines neuen Radwegs parallel zum Elberadweg, quasi als Radler-Schnellroute. Radfahrer und Spaziergänger sollten sich nicht mehr so oft in die Quere kommen.

Umgesetzt wurde der Beschluss noch nicht, dabei wurde 2012 ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, 2016 gab es die Umweltprüfung. Wegen ungeklärter Rechtsfragen zur Waldschlößchenbrücke verzögerte sich das Projekt. Seit Dezember liegt die Brücken-Genehmigung jetzt vor.

Man müsste meinen, dass die heiße Phase für den Radweg-Ausbau starten könnte. Doch Baubürgermeister Kühn plant lieber von vorn! Das begonnene Planfeststellungsverfahren sei eingestellt worden, teilte er in einer Beschlusskontrolle mit.

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Die alten Planungen entsprächen nicht mehr "dem Stand der Technik". Bis Jahresende würden eine neue Umweltstudie und Gutachten erstellt.

ADFC stimmt in Kritik ein

Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) verfolgt die "veralteten" Pläne nicht weiter.
Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) verfolgt die "veralteten" Pläne nicht weiter.  © Holm Helis
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Holger Zastrow (57, TZ) übt scharfe Kritik am Baubürgermeister.
Holger Zastrow (57, TZ) übt scharfe Kritik am Baubürgermeister.  © Eric Münch

Für Fraktions-Chef Holger Zastrow (57, Team Zastrow) ein "Skandal". "Dieser Vorgang toppt alle bisherigen Narreteien der beiden grünen Bürgermeister wie Verkehrsversuche, Fahrradbarometer oder Brunnenchaos." Die Neu-Aufrollung der Pläne sei Steuergeldverschwendung, halte das Projekt weiter auf.

"Die Verzögerungen in diesem Abschnitt bedeuten inzwischen rund 15 verlorene Jahre für die Nutzer des Elberadwegs", kritisiert auch der ADFC Dresden.

Der Elberadweg weise etliche Engstellen auf, zwischen Johannstadt und Blasewitz liege die Radweg-Breite teilweise bei nur zwei Metern - viel zu schmal, damit Fußgänger und Radler entspannt verkehren können.

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Dazu herrscht auch immer noch weitgehend Einigkeit unter Stadträten. SPD-Politiker Stefan Engel (33): "Jetzt muss die Verwaltung zu Potte kommen." Um Druck zu machen, plant der ADFC für den 1. April eine Rad-Demo unter der Waldschlößchenbrücke - eine Staffelfahrt mit 15 Runden. Jede Runde steht für ein verlorenes Jahr ...

Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild, Holm Helis

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