"Gehwegnasen", Zebrastreifen und Tempo 30: Der neue Verkehrs-Plan von Bürgermeister Kühn

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Dresden - Neun Verkehrstote gab es vergangenes Jahr in Dresden, 356 Menschen wurden schwer verletzt. Laut Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) bleiben rechts abbiegende Autofahrer ein Problem. Allzu oft bringen sie Radfahrer zu Fall.

Die Stadt führt an immer mehr Stellen Tempo 30 ein.
Die Stadt führt an immer mehr Stellen Tempo 30 ein.  © Eric Münch

"Für Fahrradfahrer und Fußgänger haben diese Abbiegeunfälle ein hohes Gefährdungspotenzial", erklärt Kühn. Die Stadt will das nicht hinnehmen. Stoppschilder und große STOP-Schriftzüge auf der Fahrbahn (etwa an der Waldschlößchenbrücke) oder getrennte Ampelanlagen für Rad- und Autofahrer (etwa am Sachsenplatz) sollen das Bewusstsein schärfen.

Dieses Jahr geht der Umbau von Dresdens Straßen weiter. Im Namen der Verkehrssicherheit entstehen neue 30er-Zonen und Zebrastreifen, fallen bislang geduldete Parkmöglichkeiten weg.

"Wenn eng an den Kreuzungsbereich rangeparkt wird, geht das zulasten der Sichtbarkeit von Verkehrsteilnehmern", sagt der Bürgermeister.

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Mittel dagegen: sogenannte "Gehwegnasen". Der Bürgersteig wird stellenweise verbreitert, Parken unmöglich - so zum Beispiel vorgesehen für die Kreuzung Franz-Liszt-Straße/Wiener Straße. Dort soll auch Tempo 30 eingeführt werden, ebenso auf der Stübelallee stadteinwärts.

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) fordert Verständnis für die Maßnahmen.
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) fordert Verständnis für die Maßnahmen.  © Eric Münch
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Auf der Stübelallee passieren oft Verkehrsunglücke, die Stadt will jetzt handeln.
Auf der Stübelallee passieren oft Verkehrsunglücke, die Stadt will jetzt handeln.  © Stefan Häßler

Mehr Zebrastreifen geplant

Am Sachsenplatz sind bereits etliche Radfahrer verunglückt.
Am Sachsenplatz sind bereits etliche Radfahrer verunglückt.  © Roland Halkasch

Beide Orte sind Unfall-Hotspots, besonders oft passieren Einbiegeunfälle. "In ganz Dresden zählen wir aktuell 284 Unfallhäufungsstellen. Das ist einfach viel zu viel", so Fachreferentin Paula Scharfe (30).

Dresden soll absehbar auch zehn zusätzliche Zebrastreifen und 13 neue "Elterntaxi-Haltestellen" bekommen. Riskant bleiben Straßenbahngleise, in denen Fahrräder hängen bleiben können. Hier sollen weitere Pfeil-Markierungen Abhilfe schaffen.

Verkehrsbürgermeister Kühn sagt: "Manche Maßnahmen waren in der Stadtgesellschaft politisch umstritten, bevor sie überhaupt umgesetzt wurden."

Solche Markierungen sollen vor Gleis-Unfällen schützen.
Solche Markierungen sollen vor Gleis-Unfällen schützen.  © Quentin Scholz
Kinder sind den Gefahren im Straßenverkehr besonders ausgesetzt.
Kinder sind den Gefahren im Straßenverkehr besonders ausgesetzt.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Gegen das morgendliche Park-Chaos vor Schulen gibt es "Elterntaxi-Haltestellen".
Gegen das morgendliche Park-Chaos vor Schulen gibt es "Elterntaxi-Haltestellen".  © Stefan Häßler

Er verweist auf die seit 2025 getrennte Ampelschaltung am Sachsenplatz. "Von Juni 2024 bis Mai 2025 gab es hier 15 Unfälle mit verletzten Fahrradfahrern." Seit der geänderten Verkehrsführung seien es null. "Es wäre also schön, wenn man nicht voreilig urteilt."

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch (2)

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