4 Tage nach Wahl: AfD-Kandidat Harlaß bekommt mehr Stimmen, wird jetzt neu ausgezählt?

Dresden - "Wahl-Kampf" bis zur letzten Minute: Der Dresdner AfD-Direktkandidat Andreas Harlaß (59) hat am Donnerstag nachträglich vier neue Stimmen aus der Bundestagswahl bekommen.

Die Wahlbehörde legte dem Kreiswahlausschuss am Donnerstag die strittigen Gutachten und Stimmzettel vor.
Die Wahlbehörde legte dem Kreiswahlausschuss am Donnerstag die strittigen Gutachten und Stimmzettel vor.  © Thomas Türpe

Damit liegt er plötzlich nur noch 35 Stimmen hinter Wahl-Gewinner Lars Rohwer (49, CDU). Jetzt will der AfD-Mann eine Neuauszählung erkämpfen.

Der Kreiswahlausschuss hat am Donnerstag im Festsaal des Dresdner Rathauses das offizielle Wahlergebnis für die Wahlkreise Dresden I und Dresden II – Bautzen II festgestellt.

Unter den 15 Zuschauern befand sich auch AfD-Direktkandidat Harlaß. Bei den vorläufigen Wahlergebnissen hatte er gegen seinen CDU-Konkurrenten verloren – mit einem Rückstand von 39 Stimmen.

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In den Niederschriften der 558 Wahllokale waren in wenigen Fällen mögliche Fehler vermerkt worden. "Wenn es Unstimmigkeiten gibt, veranlassen wir eine Neuauszählung", erklärte Kreiswahlleiter Markus Blocher (52).

Kreiswahlleiter Markus Blocher (52) mit den gesammelten Dokumenten der 558 Dresdner Wahllokale.
Kreiswahlleiter Markus Blocher (52) mit den gesammelten Dokumenten der 558 Dresdner Wahllokale.  © Thomas Türpe

Harlaß will Einspruch einlegen

Der knapp unterlegende AfD-Kandidat Andreas Harlaß (59).
Der knapp unterlegende AfD-Kandidat Andreas Harlaß (59).  © Thomas Türpe

Zusammen mit sechs Beisitzern nahm er am Donnerstag jeden einzelnen dieser Fälle unter die Lupe und korrigierte die Wahlergebnisse. Solche Korrekturen im kleinen Maße kämen bei jeder Wahl vor.

Im Wahlkreis Dresden II sorgte das jedoch für ein erneutes Kopf-an-Kopf-Rennen: Harlaß erhielt nachträglich vier Stimmen, die bei den vorläufigen Ergebnissen fälschlicherweise gefehlt hatten.

Damit kommt Harlaß auf 34.979 Stimmen, Rohwer auf 35.014 Stimmen - nur noch 35 Stimmen Rückstand für den AfD-Politiker. Aber dieses Ergebnis ist jetzt offiziell und damit eigentlich endgültig.

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Doch Harlaß will Einspruch einlegen, um eine Neuauszählung zu bewirken: "Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht", sagt er. "Ich will einfach Gewissheit haben. Aber ich unterstelle niemandem Wahlbetrug."

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe

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