Kinder und Betreuer bangen um ihr Jugendzentrum: Schließt auch das "Moosmutzelhaus"?
Dresden - Seit Jahresbeginn ist der städtische Geldhahn für verschiedene Jugendzentren versiegt. Nachdem ein Rettungsantrag im Stadtrat verschoben worden war, schlossen Anfang Januar bereits zwei Häuser. Auch das "Moosmutzelhaus" in Löbtau steht vor dem Aus, will für die Kinder aber weiterkämpfen - solange es noch geht.
Grund- und Oberschüler, Gymnasiasten, Förderschüler, egal welcher Herkunft: Auch im neuen Jahr besuchen noch täglich bis zu 40 Kids das Moosmutzelhaus an der Hermsdorfer Straße, über 100 "Stammkinder" kommen regelmäßig. Seit 2005 können sie hier spielen, gemeinsam kochen, Ausflüge machen oder kreativ sein, betreut von Pädagogen.
Doch wegen der Finanznot strich der Jugendhilfeausschuss notgedrungen 185.000 Euro Fördermittel, die seit Jahresbeginn fehlen. "Wir wollen die Kinder nicht im Stich lassen", sagen die Sozialpädagogen David Morgenroth (37) und Claudia Elle (41), die seit zehn Jahren hauptberuflich am Standort arbeiten und um ihre eigene Zukunft bangen.
Nach der Hiobsbotschaft zur drohenden Schließung seien viele Tränen geflossen und zuletzt habe man Kinder auch wegschicken müssen, könne nur noch verkürzt öffnen (Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr).
Außerdem werde der beliebte Besuch einer Kletterhalle sowie das Schlittschuhlaufen abgesagt.
CDU-Stadtrat Matthias Dietze stellt sich hinter Moosmutzelhaus
"Wir konzentrieren uns auf die Kernarbeit und versuchen weiter, für die Kinder ein offenes Ohr zu haben, auch für Probleme", sagt Claudia Elle. So leiste das Moosmutzelhaus außerschulische Bildung, fördere soziales Miteinander, entlaste als kostenfreie Anlaufstelle auch Familien.
Doch auch eine Petition (3131 Unterzeichner) und das Plädoyer eines Vaters im Stadtrat konnten das Blatt nicht wenden. Die letzte Hoffnung: Über den Jugendhilfeausschuss und Nachtragshaushalt im Stadtrat könnten die Mittel doch noch fließen.
"Wenn nicht, ist spätestens Ende Juni Schluss", so Jan Güldemann (63), der den Träger (Kindervereinigung Dresden) leitet. Aus eigener Kraft könne man die Kosten nicht stemmen.
"Für uns hat das Moosmutzelhaus eine klare Priorität gegenüber anderen Maßnahmen, etwa Sachmitteln für die Schulsozialarbeit", sagt CDU-Stadtrat Matthias Dietze (51).
"Klar ist aber auch: Eine Rettung ist nur dann realistisch, wenn tatsächlich entsprechende Mittel innerhalb der Jugendhilfe zur Verfügung stehen."
Titelfoto: Norbert Neumann

