Kommission kämpft seit 10 Jahren gegen Architektur-Ausrutscher in Dresden

Dresden - Dresden wurde 1945 schwer zerstört, heute sind die Einheimischen wieder stolz auf ihre Stadt mit Weltklasse-Panorama. Doch neue Bauwerke polarisieren: Wer passt auf, dass Dresden auch in Zukunft noch harmonisch aussieht? Ein besonderes Gremium feiert jetzt Jubiläum.

Matthias Lerm (61), Leiter des Stadtplanungsamts.  © Ove Landgraf

Seit zehn Jahren gibt es die Gestaltungskommission: Seitdem beraten Architekten mit Bauträgern, Stadträten und Verwaltung regelmäßig über Bauprojekte - und regen Änderungen an.

Laut Stadtratsbeschluss "im Sinne des Bewahrens und der Weiterentwicklung der städtebaulich-architektonischen Qualitäten Dresdens". Keine Selbstverständlichkeit: "Es gibt Städte, die haben keine Gestaltungskommission. Und das sieht man dann meistens", sagt Architektur-Professor Wolfgang Lorch (66), der fünf Jahre lang den Vorsitz innehatte.

Beispiele gefällig? Der geplante Großwärmespeicher der SachsenEnergie wäre ohne Mitarbeit der Kommission 20 Meter höher.

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Sie empfahl einen helleren Farbton für den neuen Infineon-Standort. Es ist auch der Kommission zu verdanken, dass die Annenhöfe an der Freiberger Straße mit charakteristischen Arkadenbögen gebaut wurden.

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So sehen die Annenhöfe heute aus - auch dank der Gestaltungskommission.  © Norbert Neumann
Ohne die Gestaltungskommission würde der geplante Großwärmespeicher der SachsenEnergie nicht 60, sondern 80 Meter hoch ausfallen.  © Code Unique Architekten
Das letzte Puzzlestück am Postplatz: Die Fassadengliederung dieses geplanten Bürogebäudes soll an das Schauspielhaus erinnern - und gefällt der Kommission.  © oliv architekten

Niveau der Baukultur soll gehalten werden

Zum neuen Infineon-Gebäude gab die Gestaltungskommission ebenfalls eine Empfehlung ab.  © Jürgen Lösel/dpa

88 Themen wurden bislang debattiert - seit 2016 tagt das Gremium mehrmals pro Jahr, seit 2018 in öffentlicher Sitzung.

"Die Dresdner sind sehr interessiert. Als es um die neue Carolabrücke ging, war der Saal voll", sagt der Leiter des Stadtplanungsamts Matthias Lerm (61).

"95 Prozent der Stadt sind ja schon gebaut. Wir wollen das Niveau der Baukultur aber mindestens halten, wenn nicht heben."

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Am Freitag ab 13 Uhr findet die 50. Sitzung statt: Unter anderem steht das geplante Fernbus-Terminal mit Fahrradparkhaus auf der Tagesordnung, das seit Jahren am Wiener Platz entstehen soll.

Zuletzt wurde Lebensmittelhändler Peter Simmel (67) als neuer Investor gefunden.

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