Dresden - Dresden wurde 1945 schwer zerstört, heute sind die Einheimischen wieder stolz auf ihre Stadt mit Weltklasse-Panorama. Doch neue Bauwerke polarisieren: Wer passt auf, dass Dresden auch in Zukunft noch harmonisch aussieht? Ein besonderes Gremium feiert jetzt Jubiläum.
Seit zehn Jahren gibt es die Gestaltungskommission: Seitdem beraten Architekten mit Bauträgern, Stadträten und Verwaltung regelmäßig über Bauprojekte - und regen Änderungen an.
Laut Stadtratsbeschluss "im Sinne des Bewahrens und der Weiterentwicklung der städtebaulich-architektonischen Qualitäten Dresdens". Keine Selbstverständlichkeit: "Es gibt Städte, die haben keine Gestaltungskommission. Und das sieht man dann meistens", sagt Architektur-Professor Wolfgang Lorch (66), der fünf Jahre lang den Vorsitz innehatte.
Beispiele gefällig? Der geplante Großwärmespeicher der SachsenEnergie wäre ohne Mitarbeit der Kommission 20 Meter höher.
Sie empfahl einen helleren Farbton für den neuen Infineon-Standort. Es ist auch der Kommission zu verdanken, dass die Annenhöfe an der Freiberger Straße mit charakteristischen Arkadenbögen gebaut wurden.
Niveau der Baukultur soll gehalten werden
88 Themen wurden bislang debattiert - seit 2016 tagt das Gremium mehrmals pro Jahr, seit 2018 in öffentlicher Sitzung.
"Die Dresdner sind sehr interessiert. Als es um die neue Carolabrücke ging, war der Saal voll", sagt der Leiter des Stadtplanungsamts Matthias Lerm (61).
"95 Prozent der Stadt sind ja schon gebaut. Wir wollen das Niveau der Baukultur aber mindestens halten, wenn nicht heben."
Am Freitag ab 13 Uhr findet die 50. Sitzung statt: Unter anderem steht das geplante Fernbus-Terminal mit Fahrradparkhaus auf der Tagesordnung, das seit Jahren am Wiener Platz entstehen soll.
Zuletzt wurde Lebensmittelhändler Peter Simmel (67) als neuer Investor gefunden.