Konzept "nicht umsetzbar": Klima-Krieg im Dresdner Rathaus

Dresden - Aufstand gegen Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne)! Stadtratsfraktionen halten ihr Klimaschutzkonzept für weltfremd und unbezahlbar. Nun wollen sie eine Entscheidung dagegen durchsetzen.

Könnte das Heizkraftwerk Nossener Brücke realistisch mit Wasserstoff betrieben werden?
Könnte das Heizkraftwerk Nossener Brücke realistisch mit Wasserstoff betrieben werden?  © Norbert Neumann

Das Konzept war 2020 vom Stadtrat in Auftrag gegeben worden, 2024 stellte die Umweltbürgermeisterin ihren Entwurf erstmals vor. Darin steht: Bis spätestens 2040 soll Dresden klimaneutral sein, wie es der Stadtrat schon beschlossen hatte.

Dafür soll etwa der Erdgasbedarf durch grünen Wasserstoff oder Alternativen ersetzt werden. Gebäude sollen energieeffizienter, mehr Solaranlagen und Wärmepumpen installiert werden.

Ob der Rat seinen Segen gibt? Fraglich! In einem gemeinsamen Antrag halten die Fraktionen von CDU, Team Zastrow und FDP/Freie Bürger fest, dass sie Teile des Konzepts für "nicht umsetzbar" halten.

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Stadtrat Robert Reschke (40, Team Zastrow) sieht darin gar einen "Wunschkatalog", meint: "Wir werden von Dresden aus sicherlich nicht die Welt retten."

Bereits 2024 legte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) ein Klimaschutzkonzept vor.
Bereits 2024 legte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) ein Klimaschutzkonzept vor.  © Holm Helis
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Antrag soll Ende März im Stadtrat entschieden werden

Diese Stadträte wollen die Klimaziele kippen: Robert Reschke (40, TZ), Veit Böhm (60, CDU) und Jens-Uwe Zastrow (50, FDP, v.l.).
Diese Stadträte wollen die Klimaziele kippen: Robert Reschke (40, TZ), Veit Böhm (60, CDU) und Jens-Uwe Zastrow (50, FDP, v.l.).  © Eric Münch

Acht Milliarden Euro könnte die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts kosten, schätzt Reschke. Geld, das Dresden nicht habe, betont CDU-Stadtrat Veit Böhm (60). "Wir brauchen keine Konzepte mit 500 Seiten, sondern konkrete Maßnahmen, die finanziell hinterlegt sind."

Energie müsse sicher und bezahlbar bleiben. "Wir können nicht von jetzt auf gleich das Erdgas abstellen", so Böhm, der auch vor einer ungebremsten Einspeisung von Erneuerbaren ins Stromnetz warnt. Jens-Uwe Zastrow (50, FDP): "Die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein."

Ende März soll der Antrag im Stadtrat zur Abstimmung kommen. Dagegen sind schon mal die Grünen.

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"Es wäre verdammt kurzsichtig, unsere Klimaziele des Geldes wegen aufzugeben. Wir hatten schon zwei Hochwasser in Dresden, mit dem Klimawandel könnte es weitere geben", erklärt Grünen-Stadtrat Wolfgang Deppe (70) und mahnt in Richtung der rebellierenden Fraktionen: "Eine Ablehnung des Konzepts hätte gravierende Folgen für Dresden."

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Eric Münch

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