Kritik von den Grünen: Kann Dresden überhaupt alle Vorhaben zur BUGA schaffen?

Dresden - Dresden will 2033 die Bundesgartenschau (BUGA) veranstalten - trotz jüngster Schrumpfung um das Nordareal am Proschhübel mit jetzt 120 Millionen Euro geplanten Investitionen ein Mega-Projekt für die Stadtentwicklung. Am Donnerstag soll der Stadtrat über die städtische Konzeption befinden - vorab gibt es Lob, aber auch Tadel.

Die Galopprennbahn in Seidnitz ist Kernareal der BUGA. Was hier saniert und ausgebaut werden soll, muss der Stadtrat noch entscheiden.  © Steffen Füssel

Kritik äußern etwa die Grünen. Zwar klinge 2033 noch weit entfernt. "Aber wir haben wirklich nicht mehr viel Zeit" so Stadtrat Wolfgang Deppe (70) mit Blick auf die Planungen für so eine Großveranstaltung.

So erforderten geplante Bauprojekte wie die Fuß- und Radbrücke über die Bergstraße (B170) zwischen Südpark und Räcknitz jahrelange Planfeststellungsverfahren.

Das Rathaus müsse jetzt zeigen, "wie das überhaupt noch funktionieren soll", forderte Deppe. Er frage sich zudem, was die Sanierung der Tribüne und Pferdeställe auf dem Kernareal der Galopprennbahn mit der BUGA zu tun habe. Darüber freue sich eher der Betreiber.

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Außerdem sei die Expertise aus den Fachämtern von der verantwortlichen städtischen BUGA-Gesellschaft bislang nur "sehr unzureichend" einbezogen worden.

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Grünen-Stadtrat Wolfgang Deppe (70) übt Kritik am BUGA-Konzept der Stadt.  © Petra Hornig

Grünen-Stadtrat Wolfgang Deppe ärgert sich über OB Hilbert

Die Führungsriege des neuen Fördervereins "Buga Dresden 2033" um den Vorsitzenden und Dresdens Chefgärtner Frank Hoffmann (66, 2.v.r.).  © Ove Landgraf

Was etwa Neupflanzungen von Grün angehe, plane man aktuell nur mit zwei Vegetationsperioden. Nötig sei ein längerer Vorlauf, damit die Pflanzen Zeit zum Wachsen hätten.

Die Grünen setzen sich dafür ein, wenigstens Areale wie Hechtpark oder St.-Pauli-Friedhof in die BUGA zu integrieren. Wegen finanzieller Probleme hatte OB Dirk Hilbert (54, FDP) den gesamten rechtselbischen BUGA-Raum streichen lassen.

Der OB habe zu wenig Fördermittel eingeworben und die Lage im Vorfeld viel zu optimistisch gesehen, ärgerte sich Deppe. Auch die fehlende Einbeziehung des Projekts Blaues Band/Geberbach und das fehlende ÖPNV-Konzept, kritisierte er. Trotz allem stehe man weiterhin zur BUGA. Mit einem Änderungsantrag solle das Konzept nachgebessert werden.

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Lob und Freude will stattdessen der neu gegründete bürgerliche Förderverein "BUGA Dresden 2033" versprühen, "die Bürger mitnehmen". Die BUGA sei Konjunkturprogramm für Dresden. Man erwarte 280.000 Tagesgäste und rund 65 Millionen Euro wirtschaftliche Mehreinnahmen in der Stadt, teilte der Verein mit.

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