Königsbrücker, Blaues Wunder, Campuslinie: Dresden will dieses Jahr 108 Millionen Euro verbauen

Dresden - So viel Geld auf einmal hat Dresden noch nie in Brücken und Straßen investiert: 2026 stehen über 108 Millionen Euro bereit, mehr als doppelt so viel wie sonst. Fünf Großbaustellen kommen auf die Stadt zu, Problemzonen wie die Königsbrücker Straße und das Blaue Wunder sollen endlich angegangen werden.

Noch ist das Blaue Wunder marode, ab diesem Jahr wird es auf beiden Elbseiten saniert.
Noch ist das Blaue Wunder marode, ab diesem Jahr wird es auf beiden Elbseiten saniert.  © Thomas Türpe

"Die Baustellen werden bis Ende des Jahrzehnts das Verkehrsgeschehen prägen", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne). Möglich seien die vielen Projekte dank des neuen Brückenfonds, teils finanziert die Stadt ihre Eigenanteile also per Kredit.

An der Hamburger Straße in Cotta laufen schon Bauarbeiten für einen neuen Verkehrsknotenpunkt, 2029 soll er fertig sein. Der Ausbau der Königsbrücker Straße in der Neustadt beginnt diesen September - nach jahrelangen Diskussionen, Bauzeit vier Jahre.

Das rostende Blaue Wunder wird auf Loschwitzer Seite schon saniert, ab Oktober bis Ende 2030 dann auch auf Blasewitzer Seite. Schon ab Juni wird außerdem zwischen Nossener Brücke und Nürnberger Straße gebaut, hier entsteht der nächste Teilabschnitt der Campuslinie.

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Letztes Bauprojekt für dieses Jahr ist die Erneuerung der Technik im Tunnel Wiener Platz ab Ende 2026 - und ab 2027/28 stehen mit den Ersatzneubauten für die Brücke Königsbrücker Straße und die Carolabrücke gleich die nächsten Großvorhaben an.

Ab September starten Bauarbeiten auf der Königsbrücker Straße in der Neustadt.
Ab September starten Bauarbeiten auf der Königsbrücker Straße in der Neustadt.  © Thomas Türpe
Der Ersatzneubau für die Brücke Königsbrücker Straße steht 2027 an.
Der Ersatzneubau für die Brücke Königsbrücker Straße steht 2027 an.  © Thomas Türpe
Dieser Abschnitt der ehemaligen Blumenstraße in der Johannstadt wird ab August ausgebaut.
Dieser Abschnitt der ehemaligen Blumenstraße in der Johannstadt wird ab August ausgebaut.  © Thomas Türpe
Kennt Dresdens Straßen wie keine andere: die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts Simone Prüfer (60).
Kennt Dresdens Straßen wie keine andere: die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts Simone Prüfer (60).  © Thomas Türpe

Baubürgermeister Stephan Kühn frohlockt

Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) ist froh über die vielen Großprojekte.
Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) ist froh über die vielen Großprojekte.  © Thomas Türpe

"Die Herausforderung dieser sieben Großprojekte auf einen Streich ist natürlich, dass wir auch im weiteren Hauptstraßennetz große Investitionen tätigen müssen, einfach weil der Zustand der Infrastruktur das erfordert", so Kühn.

Fünf Millionen Euro wolle die Stadt jährlich in Deckentausch investieren - diesen Sommer steht etwa die Pillnitzer Landstraße auf der Liste.

Im August soll zudem in der Johannstadt ein Abschnitt der ehemaligen Blumenstraße ausgebaut und aufgehübscht werden, etwa mit Bäumen und Sitzbänken.

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Ein Jahr, das Dresdner Verkehrsteilnehmer auf die Probe stellen wird? "Es wird sicherlich baustellenbedingt mal Behinderungen geben, aber prinzipiell bauen wir unter Verkehr", sagt Kühn und frohlockt: "Viele werden froh sein, dass es jetzt endlich losgeht."

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe (3)

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