Kurt Biedenkopf ist tot: "König Kurt" war der erste sächsische Ministerpräsident nach der Wiedervereinigung

Dresden - Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf ist tot.

Kurt Biedenkopf im April dieses Jahres bei einem Interview mit TAG24. Der 91-Jährige sei friedlich eingeschlafen, teilte seine Familie mit.
Kurt Biedenkopf im April dieses Jahres bei einem Interview mit TAG24. Der 91-Jährige sei friedlich eingeschlafen, teilte seine Familie mit.  © Norbert Neumann

Er sei am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen, teilte die Staatskanzlei in Dresden im Auftrag der Familie am Freitag mit.

Der Politiker erlangte deutschlandweit Bekanntheit, da er das erste Oberhaupt des Freistaats Sachsen nach der Wiedervereinigung Deutschlands war. Der Ministerpräsident regierte von 1990 bis 2002 und kam zu seinem Namen "König Kurt", weil es ihm bei den Wahlen mit der Union dreimal gelang, die absolute Mehrheit zu erringen.

Biedenkopf lebte bis zuletzt mit seiner Frau Ingrid (90), mit der er seit 1979 verheiratet war, in Dresden. Die beiden waren auch in der jüngsten Zeit noch gern gesehene Gäste auf Veranstaltungen aller Art.

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Zur Welt gekommen war Biedenkopf am 28. Januar 1930 in Ludwigshafen. 1973 wurde der Rechtsprofessor auf Vorschlag des damaligen Parteichefs Helmut Kohl Generalsekretär der CDU.

Später avancierte er zum Rivalen Kohls. In den 1980er Jahren machte er nur noch bei der CDU Nordrhein-Westfalen von sich reden, am Ende des Jahrzehnts war Biedenkopfs politische Laufbahn im Grunde zu Ende. Doch die Wende in der DDR eröffnete ihm die Chance für ein Comeback.

Kurt Biedenkopf und seine Ehefrau Ingrid bei der Verleihung der Goldenen Henne im Jahr 2013.
Kurt Biedenkopf und seine Ehefrau Ingrid bei der Verleihung der Goldenen Henne im Jahr 2013.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
"Biko" zeigte Wladimir Putin (heute 68) im Jahr 2001 Dresden.
"Biko" zeigte Wladimir Putin (heute 68) im Jahr 2001 Dresden.  © dpa/lsn

Dreimal erreichte "König Kurt" bei den Landtagswahlen mit der Union die absolute Mehrheit

Rückblende ins Jahr 1999. Kurt Biedenkopf hat gerade den Amtseid im sächsischen Parlament abgelegt und winkt seiner Ehefrau zu.
Rückblende ins Jahr 1999. Kurt Biedenkopf hat gerade den Amtseid im sächsischen Parlament abgelegt und winkt seiner Ehefrau zu.  © Martin Schutt/Zentralbild/dpa

Der CDU-Politiker Lothar Späth überredete ihn, in den Osten zu gehen und sich in Sachsen um das Amt des Ministerpräsidenten zu bewerben.

Biedenkopf gab als Grund später an, er habe gemeinsam mit seiner Ehefrau Ingrid dem Land dienen wollen. Sachsen erlebte unter seiner Führung in den 1990er Jahren eine Gründerzeit.

Das Ende von Biedenkopfs Amtszeit war allerdings weniger rühmlich. Affären wie die um Rabattkäufe beim Möbelhaus Ikea beschleunigten seinen Fall. Schon zuvor war der Konflikt um seine Nachfolge offen ausgebrochen.

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Letztlich unterlag Biedenkopf in einem parteiinternen Machtkampf seinem früheren Finanzminister Georg Milbradt.

Im April 2002 schied Biedenkopf im Alter von 72 Jahren aus dem Amt. Dennoch blieb er in der Sachsen-CDU präsent - vor allem, wenn es mal nicht so lief in der Partei.

Er arbeitete später wieder als Rechtsanwalt und publizierte. Auch der Politik blieb er verbunden, etwa als Ombudsrat für Hartz-IV-Beschwerden.

Titelfoto: Norbert Neumann

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