Mehr Wohnungen in Dresden durch weniger Stellplätze? Satzungsänderung soll das Bauen beflügeln

Dresden - Wer in der Stadt neue Wohnungen bauen möchte, muss in der Regel auch Stellplätze für Autos einrichten. Das kostet Investoren viel Geld. Ein neues Bündnis im Stadtrat will die Regeln dafür jetzt lockern.

Gerade im Stadtzentrum müssen Investoren bei neuen Bauprojekten meist Tiefgaragen errichten, was hohe Kosten verursacht.
Gerade im Stadtzentrum müssen Investoren bei neuen Bauprojekten meist Tiefgaragen errichten, was hohe Kosten verursacht.  © Holm Helis

Die bisher gültige Stellplatzsatzung der Stadt sieht grundsätzlich vor, dass für jede Wohnung ein Kfz-Stellplatz eingerichtet werden muss. So ist es auch in der Neufassung der Verwaltung vorgesehen.

Aber: Gerade in der Innenstadt sind Wohnungsbauprojekte wegen der Auflage meist nur über Tiefgaragen zu realisieren. Diese sind teuer, oft nicht ausgelastet, bremsen den wegen hoher Baukosten ohnehin stockenden Neubau.

Grüne, FDP/FB und BSW wollen erreichen, dass künftig nur noch für vier von fünf Wohnungen ein Stellplatz gebaut werden muss, die Quote also absenken. Auch für Händler und Gastronomen sollen die Mindestvorgaben gelockert werden.

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"Der Wohnungsbau in Dresden ist dringend zu erleichtern und zu beschleunigen. Das nimmt Druck vom Mietmarkt. Eine angepasste Stellplatzsatzung ist ein erster kleiner Schritt, um überbordende Vorgaben für Bauherren zu verringern", sagt BSW-Fraktions-Chef Ralf Böhme (52).

Stadträtin Susanne Krause (43) ist die baupolitische Sprecherin der Grünen.
Stadträtin Susanne Krause (43) ist die baupolitische Sprecherin der Grünen.  © Thomas Türpe
Stadtrat Patrick Probst (54, FDP) von der FDP/FB-Fraktion.
Stadtrat Patrick Probst (54, FDP) von der FDP/FB-Fraktion.  © Eric Münch
BSW-Fraktionschef Ralf Böhme (52).
BSW-Fraktionschef Ralf Böhme (52).  © Eric Münch

Susanne Krause (43), baupolitische Sprecherin der Grünen, hält den Vorschlag für "ein super Beispiel, wie nachhaltigeres Bauen und wirtschaftliches Denken zusammenwirken können".

Patrick Probst (54, FDP) von der FDP/FB-Fraktion: "Weniger überflüssige Stellplätze entlasten also den Wohnungsmarkt und schonen zusätzlich Ressourcen und Umwelt." Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Titelfoto: Holm Helis

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