Dresden - In diesen Tagen knallt die Sonne erbarmungslos auf Dresden herab. Die Hitzewelle raubt der Stadt den Atem, es drohen Gesundheitsrisiken wie Dehydrierung, Schwindel, langfristig Hautkrebs. Mit einem "Hitzeaktionsplan" will Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Kaufmann (50, Linke) Abhilfe schaffen. Die Grünen fordern weitere Maßnahmen.
Die Gesundheitsbürgermeisterin will bis 2030 insgesamt 218.000 Euro für den Hitzeschutz ausgeben.
Damit könnten Infokampagnen, öffentliche Sonnencreme-Spender oder ein "quartiersbezogenes Hitzeinformationssystem" bezahlt werden. Doch der Stadtrat muss ihren Plan erst noch absegnen - den Grünen geht er nicht weit genug.
"Das Budget ist definitiv zu niedrig. Wir denken an eine Million Euro für den Hitzeschutz pro Jahr", sagt Stadtrat Wolfgang Deppe (70, Grüne). Hinzu kommen rund drei Millionen Euro für neue Bäume.
Zur Abkühlung brauche es weitere Trinkbrunnen und Nebelduschen in der Stadt. "Zum Beispiel auf dem Schillerplatz, Altmarkt, Fetscherplatz oder an der Kesselsdorfer Straße", überlegt Deppe.
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Damit nicht genug: Geht es nach den Grünen, installiert die Stadt einen sogenannten Hitzeschutzbeauftragten: "Das muss keine neue, hoch dotierte Stelle sein. Es geht um eine bessere Koordinierung."
Außerdem denkbar: Mitarbeiter des Ordnungsamtes verteilen bei starker Hitze weniger Knöllchen - und bieten stattdessen älteren Menschen in aufgeheizten Wohnungen Hilfe an.
"Die Stadt weiß ja, wo gefährdete Menschen wohnen. In der Corona-Zeit wurde auch Personal für besondere Zwecke abgeordnet", meint Grünen-Stadtrat Deppe.
Wie sinnvoll sind diese Vorschläge? CDU-Stadtrat Veit Böhm (61) mahnt zu Bedachtsamkeit. "Bei den knappen Mitteln im Haushalt müssen wir uns auf das Machbare konzentrieren", sagt er. Stadtrat Remo Liebscher (49, Team Zastrow): "Wir brauchen mehr Pragmatismus und keinen Hitzeaktionsplan."
Ende September entscheidet der Stadtrat.