ÖPNV, Brücken, Radwege: So wünschen Dresdner sich den Verkehr der Zukunft
Dresden - Daumen hoch, runter oder Enthaltung: Über 12.500 Bürger stimmten beim "mobivote" über 70 Maßnahmen für den Verkehr der Zukunft ab. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Die Umfrage zeigt auch, was sich Senioren, Autofahrer oder auch Frauen am meisten wünschen.
Vorausgegangen war eine jahrelange Planung für den neuen Mobilitätsplan 2035+ (der aktuell gültige ist über zwölf Jahre alt) mit breiten Beteiligungsformaten. Resultat waren 70 Maßnahmen zu verschiedenen Themenfeldern wie Autoverkehr, Rad, ÖPNV, Stadtraumgestaltung und Co.
Vier Wochen lang lief die (nicht repräsentative) Umfrage, gut 12.550 Teilnehmer (darunter auch Kids aus 17 Schulen, wo Workshops liefen) stimmten anonym ab, schrieben 4200 Anmerkungen.
"Manchmal ein unfreundlicher Satz, manchmal umfangreich über mehrere Themen", fasst Verkehrsplaner Axel Wittkuhn (44) zusammen. Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) sprach von einer "beeindruckend hohen Beteiligung".
Keine der 70 Maßnahmen wurde abgelehnt oder fiel durch.
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Alle Maßnahmen fließen in Mobilitätsplan 2035+ ein
Insgesamt die größte Zustimmung gab es für einfache ÖPNV-Tarife inklusive stabilem Preis des Deutschlandtickets, barrierefreien Bus- und Bahnverkehr sowie auch barrierefreie Fußwege. Verhältnismäßig wenig Zustimmung erhielten etwa die Forderungen nach mehr Tempo 30 und die Erweiterung des Bewohnerparkens.
Bei den Senioren ganz oben auf der Wunschliste landeten der Erhalt des Blauen Wunders, besserer Fernverkehr sowie der Erhalt der Infrastruktur. Bei Autofahrern ist es der Neubau der Carolabrücke. Wer viel ÖPNV und Rad nutzt, sieht gerne auch bessere Radwege und den Ausbau der Routen.
Pendler legen Wert auf dichteren S-Bahn-Takt und regionale Kooperationen. Frauen wünschen sich mehr "direkte Durchwegungen", also weniger Umwege bzw. lückenlose Wege.
Die "mobivote"-Ergebnisse seien "an sich nicht überraschend", so Kühn, bildeten aber eine "gute Basis für die Verkehrsplanung in den nächsten zehn Jahren".
Alle Maßnahmen fließen nun in den Mobilitätsplan 2035+ der Verwaltung ein. Der soll noch dieses Jahr dem Stadtrat präsentiert werden, der dann das letzte Wort hat.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Thomas Türpe

