Stoppt ein kleines Straßenstück das Projekt der Campuslinie?
Dresden - Die Campuslinie in Dresden soll endlich Löbtau und Strehlen per Straßenbahn verbinden, ein Prestigeprojekt werden. Doch der dritte und größte Abschnitt bereitet dem Rathaus Kopfzerbrechen. Scheitert am Ende alles an einem kleinen Stückchen Caspar-David-Friedrich-Straße?
Zwei Teilabschnitte für die Campuslinie sind längst fertiggestellt, ab Sommer starten Bauarbeiten für die Strecke zwischen Ebertplatz und Nürnberger Platz.
Fehlt noch der Abschnitt von dort bis zum Wasaplatz. Auf die von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) vorgeschlagene Verkehrsführung auf der Caspar-David-Friedrich-Straße (ab Zelleschem Weg) hatte sich der Stadtrat zuletzt nicht einigen können.
Demnach sollten in beiden Richtungen Fahrradstreifen entstehen, Straßenbahn und Autos auf einer Spur fahren, der Autoverkehr auf der Lockwitzer Straße (Heinrich-Zille-Straße bis Wasaplatz) verbannt werden.
"Wir haben jetzt schon einen Bereich, der an seiner Kapazitätsgrenze ist", erklärt Straßenamtsleiterin Simone Prüfer (60). "Wir müssen Verkehr rausnehmen. Die Radstreifen sind wegen geltender Richtlinien erforderlich."
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Verwaltung sieht in neuem Vorschlag den besten Kompromiss
Der Stadtrat soll daher im Sommer erneut über eine Vorlage aus Kühns Geschäftsbereich entscheiden, die im Wesentlichen an den Plänen von damals festhält. Zusätzlich schlägt die Verwaltung jetzt vor, die Lannerstraße - aktuell eine Einbahnstraße - für Verkehr aus beiden Richtungen zu öffnen.
"Das ist ein sehr gutes Mittel, um die Verlagerung des Autoverkehrs ins Nebennetz zu vermeiden", wirbt Prüfer. Man habe Alternativen gründlich geprüft, der neue Vorschlag sei der beste Kompromiss.
Was, wenn der Stadtrat ihn trotzdem nicht annimmt? Laut Bürgermeister Kühn würde man dann auf einen älteren Beschluss - ohne separate Radstreifen - zurückfallen. Der aber hätte keine Chance auf Genehmigung durch die Planfeststellungsbehörde.
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (57): "Die Campuslinie funktioniert nur als Ganzes. Für die Förderfähigkeit ist dieser Teilabschnitt nicht wegzudenken." Ohne Zustimmung vom Stadtrat stünden schlimmstenfalls 150 Millionen Euro Bundesfördermittel auf der Kippe - und die Campuslinie bliebe ein Wunschtraum.
Titelfoto: Montage: Thomas Türpe (2)

