Turnhallen-Ärger an Dresdner Oberschule: Nach Ukrainern plötzlich neue Flüchtlinge

Dresden - Als eine von elf Dresdner Schulen musste die 30. Oberschule ihre Turnhalle im März räumen, weil sie als Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine gebraucht wurde. Die sind mittlerweile zwar weg, ihre Halle bekommen die Schüler aber nicht zurück.

Seit Monaten können die Schüler der 30. Oberschule ihre Turnhalle nicht nutzen.
Seit Monaten können die Schüler der 30. Oberschule ihre Turnhalle nicht nutzen.  © Ove Landgraf

Denn nun hat das Rathaus dort andere Flüchtlinge einquartiert, ohne die Schulleitung zuvor darüber zu informieren. Entsprechend groß ist nur der Ärger bei Lehrern, Eltern und Schülern.

"Auf die ukrainischen Flüchtlinge waren wir eingestellt und haben unter anderem auch ihre Wäsche gewaschen", erzählt Schulleiterin Anett Riemer (59).

Als die Halle vor den Osterferien dann leer war und andere Dresdner Schulen ihre Sportstätten wieder nutzen konnten, war die Hoffnung groß, dass auch die eigene Halle bald folgen wird. "Das war ein Trugschluss", sagt Riemer. Stattdessen habe sie von den Maltesern, die für die Betreuung der Flüchtlinge verantwortlich sind, erfahren, dass nun andere einquartiert werden.

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Auf Nachfrage kam vom Rathaus dann die Auskunft, dass die Halle bis zum Schuljahresende gebraucht wird. "Dann hatten wir ein halbes Schuljahr keinen Sportunterricht", ärgert sich Riemer.

Was wird aus dem Abschlussball der Oberschüler?

Schulleiterin Anett Riemer (59) ärgert die fehlende Kommunikation seitens der Stadt.
Schulleiterin Anett Riemer (59) ärgert die fehlende Kommunikation seitens der Stadt.  © Ove Landgraf
Geflüchtete aus der Ukraine sind noch in vier Dresdner Turnhallen untergebracht.
Geflüchtete aus der Ukraine sind noch in vier Dresdner Turnhallen untergebracht.  © DPA/Robert Michael

Denn um draußen Sport zu treiben, fehlen der Platz und die Umkleidemöglichkeiten. Stattdessen gehen die Schüler an der Elbe spazieren, spielen Tischtennis oder trainieren zu Hause. "Was sollen wir aufs Zeugnis schreiben", fragt die Schulleiterin.

Aber nicht nur der fehlende Unterricht sorgt für Ärger. Denn auch der Abschlussball der Zehntklässler, der am 13. Juli in der Halle geplant war, droht zu platzen.

Nachdem sich die Schule in ihrer Verzweiflung auch ans Kultusministerium gewandt hat, kommt nun Bewegung in die Sache. Schulamtsleiterin Katrin Düring ist optimistisch, dass die Schule ihre Halle bis Ende Juni zurückbekommt.

Schulamtsleiterin Katrin Düring machte Hoffnung, dass die Schule Ende Juni ihre Halle zurückbekommt.
Schulamtsleiterin Katrin Düring machte Hoffnung, dass die Schule Ende Juni ihre Halle zurückbekommt.  © Ove Landgraf

"Wenn alle Stricke reißen, wird es für den 13. Juli eine andere Lösung geben", sagt sie.

Titelfoto: Ove Landgraf

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