Was Dresdens Wohnungsbauer sich vom Rathaus wünschen

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Dresden - Dresden wächst: Bis Ende der 2030er-Jahre könnte die Stadt laut Prognosen über 600.000 Einwohner haben. Doch bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Eine Initiative fordert vom Rathaus nun konkrete Schritte, um das Bauen wieder attraktiver zu machen.

Dresdens "Stadtgestalter" Jochen Lagerein (l., 61) und Jörg Wimmer (37) wollen das Bauen wieder attraktiver machen.
Dresdens "Stadtgestalter" Jochen Lagerein (l., 61) und Jörg Wimmer (37) wollen das Bauen wieder attraktiver machen.  © Rene Meinig

Viele Dresdner Mieter haben kein Auto, nutzen stattdessen das Fahrrad oder den ÖPNV. Da Bauträger jedoch über die Stellplatzsatzung verpflichtet sind, stets Parkplätze bereitzustellen, geht das Bauen schnell ins Geld. Bis zu 46.000 Euro kostet eine Stellfläche.

Jörg Wimmer (37), Sprecher der "Stadtgestalter Dresden" (Vereinigung von 13 Wohnbauunternehmen), sagt dazu: "Eine Überarbeitung der Satzung muss her, um so abhängig von den Anforderungen des jeweiligen Wohnquartiers flexibel planen zu können."

Eine andere Stellschraube ist die Bürokratie. "Wir fordern die Stadtverwaltung auf, die Verfahren zu beschleunigen", erklärt Sprecher-Kollege Jochen Lagerein (61).

Damit Wohnen wieder bezahlbar wird: Mieterverein Dresden nimmt jetzt die Politik in die Pflicht
Dresden Politik Damit Wohnen wieder bezahlbar wird: Mieterverein Dresden nimmt jetzt die Politik in die Pflicht

Bedeutet konkret: Geht ein Bauantrag beim Amt ein, soll dieser innerhalb von drei Monaten bearbeitet werden. Eine Verlängerung über die Frist hinaus dürfe "nur die Ausnahme" sein.

Und: Viele auf Eis liegende Bebauungspläne könnten zügig nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches bewertet und genehmigt werden.

Stadtgestalter fordern Baukindergeld für Dresdner Familien

Nicht zuletzt möchten die Stadtgestalter, dass endlich auch Dresdner Familien profitieren. Lagerein: "Uns schwebt eine Art Baukindergeld nach dem Vorbild der Sächsischen Aufbaubank vor."

Die Idee: Im Haushalt verbliebene Mittel für den Ankauf der Vonovia-Wohnungen (7,7 Millionen Euro) könnten als günstige Darlehen an die Familien gehen.

Beispiel: Eine vierköpfige Familie bekommt 25.000 Euro an Förderung, um so die Finanzierung der eigenen Wohnung anzuschieben.

Titelfoto: Rene Meinig

Mehr zum Thema Dresden Politik: