"Schlechter Witz!": Kritik am Freibad ohne Wasser
Dresden - Im FKK-Luftbad Dölzschen ist das Wasserbecken für Besucher tabu, weil das historische Bad keine Wasseraufbereitungsanlage hat und das Gesundheitsamt die Nutzung anders als in den Vorjahren untersagte. Eine Anfrage von Team Zastrow (TZ) zeigt jetzt Pannen innerhalb der Verwaltung auf.
Zwar hat das historische Bad (1870 eröffnet) seit Mittwoch wieder geöffnet. Doch das Becken muss leer bleiben, auch Wasserspielplatz und Duschen sind nicht nutzbar.
"Ein Freibad ohne Wasser ist kein Freibad. Diese Form der Öffnung ist nichts anderes als ein schlechter Witz", sind sich die Stadtbezirksbeiräte Matthias Weigel (47, Team Zastrow) und Torsten Nitzsche (51, Freie Wähler) einig.
Nach jahrelanger Duldung des händischen Chlorens im Luftbad war unter der neuen Gesundheitsamtsleiterin Kristina Böhm (48) im Mai eine Nutzungsuntersagung wegen gesundheitlicher Bedenken an die Bäderbetriebe geschickt worden, was Sportbürgermeister Jan Donhauser (57, CDU) als "Posse" bezeichnete.
Wie eine TZ-Anfrage zeigt, ging das Schreiben zunächst auch noch an die falsche Stelle, wodurch die Bäderbetriebe erst am 21. Mai die Gelegenheit bekamen, sich dazu zu äußern - da war die Freibadsaison bereits eröffnet.
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Team Zastrow sieht das Luftbad als "Spielball der Verwaltung"
Zudem waren die Bäderbetriebe aufgrund eines anderen Schreibens davon ausgegangen, wie in den Vorjahren auch diesen Sommer regulär öffnen zu können, während das Gesundheitsamt das Schriftstück anders deutete.
Weigel spricht von "Kommunikationsmängeln", sieht das Luftbad als "Spielball der Verwaltung", fordert eine Perspektive für den Badbetrieb.
Die Bäderbetriebe legten inzwischen Widerspruch gegen den Amtsbescheid ein, das Verfahren läuft noch.
Unabhängig davon sollen die seit Jahren bestehenden Sanierungspläne des Bades überarbeitet werden, um die Kosten von bislang 4,5 Millionen Euro zu reduzieren. Das müsse "deutlich preisgünstiger" werden, betonte Donhauser am Donnerstag.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/C3 Pictures /Landeshauptstadt Dresden / Petra Hornig

