Schornsteinring wie vor hundert Jahren: Weiße Flotte mit Volldampf zurück in die Zukunft

Dresden - Es ist nicht zu übersehen: Die historischen Schaufelraddampfer der Weißen Flotte fahren unter "neuer Flagge". Am Schornsteinring, den bis dato drei einfache Streifen zierten, leuchtet jetzt ein Logo, das der historischen "Bauchbinde" von 1923 entlehnt ist. Auf grün-weiß-blauen Streifen prangt in einem Rhombus ein dunkelblauer Anker.

Das neue "National" ziert jetzt alle historischen Schaufelraddampfer am Schornstein.  © Bildmontage: Petra Hornig, Matthias Hiekel dpa/lsn

Mit der alten, neuen Schornsteingestaltung macht sich die Flotte selbst ein Geschenk zum 190-jährigen Jubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird.

"Ende des 19. Jahrhunderts wurden erstmals die Elbdampfer mit einer Schornsteinmarke, dem sogenannten National, versehen. Es diente der Erkennung der Schiffe", weiß Historiker Fritz Heinrich (85). "Ab 1923 bis 1950 war es ein weiß-grün-weißes Band, entsprechend den Farben des Freistaates. In der Mitte ein Rhombus mit Anker."

Es folgten rot-weiß-blaue Varianten (kurzzeitig sogar mit Sowjetstern), das Wellenlogo der Sächsischen Dampfschifffahrt und schließlich die abstrakten drei Streifen. "Es war uns ein großes Anliegen, im neuen National Tradition und Moderne zu verbinden, mithilfe der Mitarbeiter", freut sich Geschäftsführer Stefan Bloch (46).

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Natürlich fährt auch der PD "Leipzig" mit einem blauen Anker am Schornsteinring.  © Petra Hornig
Flottenchef Stefan Bloch (46) freut sich über die weithin sichtbare Marke an den Dampfern.  © Eric Münch
Der Dampfer "Leipzig" schipperte schon in den Dreißiger Jahren auf der Elbe bei Hřensko.  © imago/Arkivi

Denn der neue Schornsteinring ist ein Entwurf von Maschinist Falk Hering (39): "Ich interessiere mich sehr für die Geschichte der Dampfschifffahrt und habe mehrere grafische Entwürfe vorgelegt." In einer Mitarbeiterbefragung wurde der Favorit gekürt. Mit diesem weithin sichtbaren Schornsteinschmuck dampft die Flotte nun ins Jubiläumsjahr.

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