Sie suchen Liebe und verlieren ihre Ersparnisse: Wenn Sachsen in die Flirt-Falle tappen

Dresden - Komplimente, Liebesschwüre, Zukunftsversprechen: Gerade im Frühling werden viele Singles bei solchen Avancen schwach. Das nutzen Ganoven schamlos aus - vor allem auf einschlägigen Flirtportalen im Internet, die bei vielen Sachsen voll im Trend liegen.

LKA-Sprecher Tom Bernhardt (50) warnt vor Love-Scamming.
LKA-Sprecher Tom Bernhardt (50) warnt vor Love-Scamming.  © Harry Haertel

Dort lauern die Liebeslügner, die vor allem auf eines scharf sind: Geld! Die Herzensbrecher erbeuten bei ihren ahnungslosen Opfern allein in Sachsen Millionen!

Und so läuft die Masche: Über Dating-Plattformen, Facebook und Co. finden die kriminellen Romeos ihre Opfer. 

In der Anbahnungsphase bringen die vermeintlichen Lover ihre "Angebetete" (meist sind die Opfer Frauen, 76,5 Prozent) auf Wolke sieben. 

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Das persönliche Kennenlernen wird von einer Geldüberweisung abhängig gemacht. Das kann eine Notlage, ein zu finanzierendes Flugticket oder Geld für ein Visum sein.

"Es geht den Tätern nur ums Geld, eine persönliche echte Verbindung war und ist nie vorgesehen", so LKA-Sprecher Tom Bernhardt (50). 

Knapp 3,6 Millionen Euro überwiesen die Opfer 2019

76,5 Prozent der Opfer sind Frauen, die in die Liebesfalle laufen.
76,5 Prozent der Opfer sind Frauen, die in die Liebesfalle laufen.  © 123rf.com/Aleksandr Davydov
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299 Fälle wurden 2019 angezeigt, davon hatten die Opfer in 229 Fällen bereits Geld an ihre vermeintlichen Verehrer überwiesen. 2018 gab es zwar mit 313 mehr Fälle in Summe, "jedoch ist die Schadenssumme um 23,7 Prozent gestiegen", so der LKA-Sprecher.

Knapp 3,6 Millionen Euro überwiesen gutgläubige Opfer im Jahr 2019 an die Betrüger. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Schadenssumme noch höher, "da man von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen muss", so Bernhardt. 77 Tatverdächtige wurden ermittelt.

Titelfoto: Harry Haertel, 123rf.com/Aleksandr Davydov

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